Die Zeltunterkunft für obdachlose Menschen in der Frankfurter Innenstadt soll von August an schrittweise zurückgebaut werden. Das Sozialdezernat der Stadt plant, die derzeit dort nächtigenden Menschen in voraussichtlich bis zu vier festen Einrichtungen unterzubringen. Nach Angaben des Dezernats stehen die Gespräche mit den Trägern dieser Einrichtungen kurz vor dem Abschluss. Die Unterkünfte seien innenstadtnah, heißt es. Genaue Adressen wurden zunächst aber nicht genannt.Sobald in den neuen Unterkünften die ersten Schlafplätze verfügbar sind, sollen die Zelte nach und nach abgebaut werden. Die Stadt hatte das Provisorium in der Bockenheimer Anlage vor rund drei Wochen innerhalb weniger Stunden errichtet, nachdem die Obdachlosenunterkunft in der B-Ebene der nahe gelegenen U-Bahn-Station Eschenheimer Tor überraschend geschlossen worden war. Mit dem Provisorium in der Grünanlage sollte sichergestellt werden, dass alle zuvor in der Bahnstation untergebrachten Menschen weiterhin einen geschützten Schlafplatz haben.Von Beginn an als Provisorium gedachtDie Zeltunterkunft war von Beginn an als Übergangslösung gedacht. In fünf Gemeinschaftszelten stehen dort nach Angaben der Stadt 90 Feldbetten zur Verfügung; die Nachfrage übersteigt das Angebot regelmäßig. In der Anfangszeit übernachteten dort bis zu 116 Menschen – teils auf Isomatten und mit Decken außerhalb der Zelte. Das Areal bietet getrennte Schlafbereiche für Männer und Frauen, mobile Sanitäranlagen sowie eine Versorgung für mitgebrachte Hunde.Die kurzfristige Einrichtung war notwendig geworden, nachdem ein neues Brandschutzgutachten die Nutzung der Unterkunft am Eschenheimer Tor als Gefahr für Leib und Leben bewertet hatte. Die Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF) hatte den Mietvertrag daraufhin zunächst zum 30. September, anschließend mit sofortiger Wirkung gekündigt. Zuvor hatten in der B-Ebene regelmäßig rund 100 bis 130 Menschen übernachtet, in einzelnen Nächten waren es bis zu 200.Nach Schätzungen des Sozialdezernats leben in Frankfurt zwischen 200 und 300 Menschen dauerhaft auf der Straße. Zusätzlich gibt es rund 600 Notschlafplätze, die nahezu jeden Abend belegt sind. Weitere etwa 4200 wohnungslose Menschen sind in Unterkünften der Stadt untergebracht.Mit dem geplanten Rückbau soll die provisorische Unterbringung in der Grünanlage beendet werden. Die Stadt hatte wiederholt betont, dass die Zelte keine dauerhafte Lösung seien. Über die künftige Verteilung der Schlafplätze auf die neuen Einrichtungen machte das Sozialdezernat zunächst keine näheren Angaben.
Obdachlosen-Zeltlager in Frankfurt wird abgebaut
Die Frankfurter Zeltunterkunft für obdachlose Menschen in der Bockenheimer Anlage soll von August an nach und nach verschwinden. Die Stadt will die Bewohner in bis zu vier festen Einrichtungen unterbringen.






