Jamal Shabazz fotografiert New York. Seine Bilder, jetzt in Braunschweig zu sehen, sind geduldig, energiegeladen und bewusst mehrdeutig.
Jamel Shabazz, „Rush Hour“, NYC 1988
Jamel Shabazz, Courtesy Galerie Bene Taschen, Köln
Für ihn war die Fotokamera eine Waffe: gegen Armut, Rassismus, gegen alle Arten sozialer Missstände. Der Schwarze US-amerikanische Fotograf Gordon Parks (1912–2006) gilt als der Ahnherr der sozialkritischen Fotoreportage über das Alltagsleben Schwarzer in den Städten der USA. Kurz vor seinem Tode initiierte er die nach ihm benannte Stiftung, die seit 2017 jährlich verschiedene Auszeichnungen im Bereich der Fotografie vergeben kann.
2018 erhielt Jamel Shabazz, der 1960 in Brooklyn geboren wurde und noch immer in New York lebt, diese Förderung. Darauf folgte 2022 ein Publikationspreis der Stiftung für sein Buch „Albums“, erschienen beim Göttinger Verlag Gerhard Steidl, der ja gerade tragischerweise vorläufig Insolvenz anmelden musste. Man darf also Shabazz durchaus in die Tradition eines Gordon Parks stellen, selbst wenn seine fotografischen Sozialstudien anderen Schwerpunkten folgen. Denn seit fast fünf Jahrzehnten interessieren ihn weniger die nach wie vor menschenverachtenden, brutalen, teils tödlichen Diskriminierungen Schwarzer oder Latinos in den USA, sondern die energiegeladene vitale Stärke ihrer Communitys.








