Interview
Stand: 22.07.2026 • 19:48 Uhr
Im Streit um die Führung der ukrainischen Armee sieht Sicherheitsexperte Nico Lange einen Kulturkampf zweier Generationen. Das habe Präsident Selenskyj unterschätzt. Die neue Spitze stehe für eine Kriegsführung, die Russland Probleme bereite.
tagesschau.de: Nach tagelangen Protesten hat Ukraines Präsident Wolodymyr Selenskyj den Armeechef Oleksandr Syrskyj entlassen. Dem wird vorgeworfen, Reformen verhindert zu haben. Er selbst wiederum verweist auf seine Erfolge im Krieg gegen Russland. Wie sehen Sie es? Warum musste Syrskyj gehen?
Nico Lange: Präsident Selenskyj hat etwas getan, was man im Tennis einen "unforced error" nennen würde. In einer eigentlich guten Lage für die Ukraine - militärisch läuft es besser, die Treffen mit Trump, zuletzt in Evian und in Ankara, waren sehr gut, auch mit den europäischen Partnern läuft es - hat er bei dem Versuch, die Regierung umzubilden, unterschätzt, dass Verteidigungsminister Fedorow sehr starke Unterstützung hat. Weil er ihn abgesetzt hat, handelte er sich Proteste ein. Diese Proteste haben sich dann von der Forderung, Fedorow solle bleiben, zur Forderung gewandelt, der Oberkommandierende Syrskyj solle gehen.










