Knapp war die Wahl des neuen Hamas-Anführers Chalil al-Haja. Er triumphiert über pragmatischere Stimmen in der radikalislamischen Palästinensergruppe.

Chalil al-Haya im Jahr 2024

Khalil Hamra/AP/dpa

Denkbar knapp soll die Entscheidung über den neuen Hamas-Anführer ausgefallen sein: mit nur 35 zu 34 Stimmen habe sich der im Gazastreifen geborene Chalil al-Haja durchgesetzt, berichtete der katarische Sender „Al Arabi“ Anfang der Woche. Beobachter sehen in der Wahl des 65-Jährigen eine Richtungsentscheidung gegen pragmatischere Stimmen innerhalb der radikalislamischen Palästinensergruppe, die von zahlreichen Staaten als Terrororganisation eingestuft wird.

Nachdem die israelische Armee vor knapp zwei Jahren al-Hajas Vorgänger Jahia Sinwar in Südgaza getötet hatte, übernimmt damit ein enger Vertrauter des Drahtziehers hinter dem Hamas-Überfall auf Israel am 7. Oktober 2023 die Führung. Über die Massaker, bei denen rund 1.200 Menschen getötet und mehr als 250 entführt worden waren, sagte al-Haja der New York Times: „Wir haben es geschafft, die Palästinafrage wieder in den Fokus zu rücken.“ Seither hat Israel einen Großteil des Gazastreifens zerstört, mindestens 73.000 Menschen getötet und die rund zwei Millionen Bewohner auf 30 bis 40 Prozent des Gebietes zusammengedrängt. Der neue Hamas-Chef lebt seit einigen Jahren im Exil, vor allem in Katar.