Diese geheime Nuklearanlage in Iran will Trump zerstören: Was verbirgt sich im «Spitzhackenberg»?Der amerikanische Präsident hat wiederholt damit gedroht, den tief vergrabenen Komplex zu bombardieren. Doch es bleibt unklar, was sich im Bergmassiv befindet – und welchen Schaden die USA überhaupt anrichten könnten.22.07.2026, 16.22 Uhr4 LeseminutenTunneleingänge, die tief in das Bergmassiv führen: eine Satellitenaufnahme vom März 2026, die den «Spitzhackenberg» in Iran zeigt.Vantor / Handout«Wir werden dieses Gebiet wahrscheinlich schon sehr bald angreifen. Und sie können nichts dagegen tun», sagte Donald Trump am Dienstag über den iranischen «Pickaxe Mountain». Der sogenannte Spitzhackenberg befindet sich bei Natanz im Zentrum des Landes. 1608 Meter ragt sein Gipfel in die Höhe. Darunter soll sich, so wird spekuliert, eine Anlage des iranischen Nuklearprogramms befinden.Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. 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Hinter der Detonation soll eine amerikanisch-israelische Geheimoperation gesteckt haben, wenngleich keines der Länder dafür Verantwortung übernommen hat.Satellitenbilder zeigen vier Tunneleingänge in den Berg, die laut dem Institute for Science and International Security (ISIS) wohl zu einer Anlage im Inneren des Massivs führen, wo Zentrifugen zur Urananreicherung hergestellt werden. Nach Einschätzungen der amerikanischen Denkfabrik zur nuklearen Nonproliferation liegt die Produktionsstätte mindestens 100 Meter tief unter dem Gestein.Im Herbst 2025, nachdem die USA die Nuklearanlagen in Fordo und Natanz mit bunkerbrechenden Bomben attackiert hatten, verstärkte Iran laut der «Washington Post» seine Arbeiten in dem Berg. So wurde eine Sperranlage errichtet sowie zwei der vier Tunneleingänge verstärkt und verlängert. Satellitenbilder belegen die Bauarbeiten. Aus dem All wurden vor wenigen Wochen Lastwagen gesichtet, die sich rund um den Berg bewegten. Obwohl sich das Massiv nur rund anderthalb Kilometer südlich der zuvor bombardierten Nuklearanlage in Natanz befindet, wurde der «Spitzhackenberg» bisher weder während des 12-Tage-Kriegs 2025 noch in den Kämpfen seit Februar 2026 ins Visier genommen.Die Bilder aus dem Orbit zeigen indes nicht, ob Iran in dem Bergmassiv die Herstellung von Zentrifugen bereits wieder aufgenommen hat oder ob sich die Anlage noch im Bau befindet. Die Denkfabrik ISIS geht davon aus, dass es unter dem Berg genügend Platz gibt, um «bestimmte Aktivitäten zur Herstellung von Atomwaffen zu ermöglichen, wie beispielsweise die Produktion von waffenfähigem Uranmetall und dessen Verarbeitung zu Komponenten für nukleare Waffen».Iran bestreitet, dass es im «Spitzhackenberg» eine Atomanlage betreibt. «Washingtons obsessive Fokussierung auf Kolang Kuh, wo keinerlei nukleare Aktivitäten stattfinden, ist nichts weiter als ein erfundener Vorwand für Aggression, Zerstörung und Sabotage», teilte der Sprecher des iranischen Aussenministeriums am Mittwoch mit.Nach Angaben des Aussenamts in Teheran hat Iran seine nuklearen Aktivitäten immer der Internationalen Atomenergieagentur (IAEA) gemeldet. So bestätigte der IAEA-Direktor Rafael Grossi in der Vergangenheit, dass Iran ihn im Jahr 2021 darüber in Kenntnis gesetzt habe, im «Spitzhackenberg» nukleare Aktivitäten durchführen zu wollen. Doch konnten IAEA-Inspektoren die Anlage nie besichtigen. Fragen Grossis zu den Bauarbeiten im Bergmassiv wurden zu Beginn des Jahres 2025 von den iranischen Behörden ignoriert.Wie könnten die USA angreifen?Im Juni 2025 hatten die USA zwei iranische Atomanlagen mit B-2-Bombern angegriffen. Diese Tarnkappenjets sind die einzigen Militärflugzeuge, die sogenannte GBU-57 tragen können. Jeder dieser Sprengkörper wiegt rund 14 Tonnen. Diese Bombe gehört zu den grössten konventionellen Sprengkörpern weltweit und wurde speziell für die Zerstörung von tief vergrabenen und stark befestigten Zielen wie Bunkern und Tunneln entwickelt.Die GBU-57 soll laut Berichten in bis zu 60 Meter Tiefe eindringen können. Die Atomanlage Fordo liegt 90 Meter unter Tage. Um sie dennoch zu zerstören, warfen die USA laut Berichten zwölf der 14-Tonnen-Bomben auf Fordo ab. Der IAEA-Chef Rafael Grossi ging nach den Angriffen davon aus, dass die Zentrifugen in Fordo nicht mehr einsatzfähig waren.Die USA könnten bei einem möglichen Angriff auf den «Spitzhackenberg» erneut mehrere GBU-57 abwerfen, um in mindestens 100 Metern Tiefe Schaden anzurichten. Doch es ist unklar, wie viele der Bomben benötigt werden und ob die USA überhaupt noch über genügend der teuren GBU-57 verfügen.Ein Bunkerbrecher dieser Art kostet laut Schätzungen 8,8 Millionen Dollar. Im August 2025 hatte das Pentagon den amerikanischen Kongress darum gebeten, finanzielle Mittel umzuwidmen, um das Arsenal der im 12-Tage-Krieg verwendeten Munition wieder aufzustocken. Das amerikanische Militärportal «The Warzone Wire» geht davon aus, dass die verfügbaren Bestände an GBU-57 bereits vor den Angriffen in Iran im Juni 2025 «relativ begrenzt» waren. Es sei nicht bekannt, wie viele der Bunkerbrecher derzeit vorrätig sind.Eine andere Möglichkeit wäre der Einsatz von Spezialkräften am Boden, womöglich auch mit israelischer Unterstützung. Die von Iran in jüngster Vergangenheit errichtete Sperranlage sowie die Verstärkung der Tunneleingänge sollen wahrscheinlich eine solche Militäroperation verhindern.Schliesslich bleibt den USA noch die Option, nur die Tunneleingänge zum «Spitzhackenberg» zu bombardieren. Damit wäre bei einem erfolgreichen Angriff der Zugang zur unterirdischen Anlage temporär versperrt – und Iran könnte die Eingänge dereinst wohl wieder freilegen.Donald Trump hat womöglich auf dieses Szenario angespielt, als er kürzlich im Gespräch mit dem konservativen amerikanischen Journalisten Hugh Hewitt eine Frage zu der Atomanlage beantwortete: «Der ‹Spitzhackenberg› ist ein mögliches Ziel für einen schönen, fetten Schuss direkt in die Nähe der Eingangstür.»Passend zum Artikel
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Der amerikanische Präsident hat wiederholt damit gedroht, den tief vergrabenen Komplex zu bombardieren. Doch es bleibt unklar, was sich im Bergmassiv befindet – und welchen Schaden die USA überhaupt anrichten könnten.













