Berlin prüft automatisiert Wohnungsinserate. Im Juni waren fast 50 Prozent von 7.700 Angeboten zu teuer, bei der Hälfte geht es um strafbaren Mietwucher.

Wohnungsangbote? Werden jetzt gescannt

Soeren Stache/dpa

Berlin geht ab jetzt eigeninitiativ gegen überhöhte Mieten vor. Wie die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung am Mittwoch mitteilte, wurden im Juni erstmals in einer automatisierten Analyse Wohnungsinserate auf ihre Miethöhe erfasst. Im Ergebnis des „Mietenscans“ werden all jene Ver­mie­te­r:in­nen angeschrieben, die unzulässig hohe Mieten fordern. Grundlage dafür ist der im Mai vorgestellte Mietspiegel 2026.

Erfasst wurden demnach 7.757 Inserate, von denen nach Abzug von Dopplungen 4.539 Inserate bewertet wurden, etwa zwei Drittel davon unmöblierte und ein Drittel möblierte Wohnungen. Das Ergebnis zeigt: Ver­mie­te­r:in­nen verstoßen im großen Maßstab gegen die gesetzliche Vorgabe, nach der Mieten bei Wiedervermietung maximal 10 Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegen dürfen. Bei Erhöhungen von mehr als 20 Prozent liegt eine Ordnungswidrigkeit vor, bei mehr als 50 Prozent handelt es sich um strafbaren Mietwucher.