Wer Randale erwartet hat, wird eines Besseren belehrt: Als an diesem Dienstagabend, dem 21. Juli, ab 20 Uhr die Türen des Columbia Theaters geöffnet werden, sieht alles friedlich aus. Menschen, bekleidet mit „Fuck Racism“- oder „Ohne Nazis schöner leben“-T-Shirts strömen herein. Nicht wenige auch einfach in Adidas-Klamotten. Aber: Neonazi-Aufmarsch, Antifa-Schutz? Fehlanzeige.Dafür, dass um das Lied, das heute Abend erstmals live zur Aufführung kommen soll, „Keine Angst“ des in Berlin lebenden Rappers Danger Dan, begleitet durch den Pianisten Igor Levit, in den letzten Tagen gestritten wurde wie um kein anderes seit langer Zeit, wirkt es hier in der kleinen Konzerthalle am Columbiadamm verblüffend still.
Wir erinnern uns: Danger Dan und Igor Levit wollten das Lied eigentlich in der ZDF-Sendung „Die Anstalt“ singen, an exakt diesem Dienstag. Das ZDF sagte kurzfristig ab, auch auf Betreiben des Intendanten Norbert Himmler: Der Song widerspreche den Programmrichtlinien. Denn während die einen in „Keine Angst“ ein legitimes oder sogar wichtiges und obendrein von der Kunstfreiheit gedecktes Mutmach-Lied im Engagement gegen Neonazis sehen, interpretieren Kritiker des (und so auch die ZDF-Spitze) den Song als moralisch zu verurteilenden Aufruf zur Gewalt gegen Rechte.











