Ein Hauch von Filz weht durch das Schweriner Rathaus. Im Zentrum das Zentrale Gebäudemanagement (ZGM) - ein Eigenbetrieb der Landeshauptstadt - und eine Kette von Verbindungen, die zumindest Fragen aufwirft. Es geht um eine Führungsstelle mit einem Monatsgehalt von bis zu 8.489 Euro brutto, eine externe Personalberatung aus Königs Wusterhausen und personelle Überschneidungen zwischen Stadtverwaltung, kommunalen Unternehmen und privaten Geschäftspartnern.

Ob hier tatsächlich Vetternwirtschaft vorliegt, ist bislang nicht belegt. Das wird jetzt geprüft. Doch schon der bloße Anschein kann erheblichen Schaden anrichten. Denn wo Transparenz fehlt, wächst das Misstrauen. Compliance ist nämlich keine Pflichtübung für den Aktenordner. Sie soll verhindern, dass auch nur der Eindruck entsteht, persönliche Beziehungen könnten dienstliche Entscheidungen beeinflussen.

Ein Auswahlverfahren mit vielen Fragezeichen

Ausgangspunkt ist die Neubesetzung einer Leitungsfunktion beim besagten ZGM, die ausschließlich verwaltungsintern ausgeschrieben wurde. Eine Beteiligung der Personalvertretung schien nicht erforderlich. Am Ende verblieben zwei Bewerbungen, von denen genau eine die formalen Voraussetzungen erfüllte. Um die Eignung dieser einen Kandidatin zweifelsfrei festzustellen, wurde schließlich eine externe Personalberatung beauftragt. Spätestens an dieser Stelle beginnt die Geschichte interessant zu werden.