Mal geht es um Fördergelder, mal um Stellenbesetzungen, mal um Fraktionsgelder oder Aufträge. Die Vorwürfe wechseln, das Muster bleibt. Sobald familiäre oder persönliche Beziehungen mit öffentlichen Geldern oder politischen Entscheidungen zusammentreffen, steht schnell der Verdacht der Vetternwirtschaft im Raum.
Eigentlich sollte das als Warnhinweis verstanden werden. Doch in Mecklenburg-Vorpommern gewinnen Bürger und vor allem der Bund der Steuerzahler zunehmend den Eindruck, dass Vetternwirtschaft für manche Akteure im Land vielmehr gelebte Praxis zu sein scheint.
Jüngstes Beispiel ist der Fall Mareike Donath, den die Ostsee-Zeitung öffentlich machte. Donath ist Spitzenbeamtin im Innenministerium, SPD-Mitglied und leitet seit 2019 die Stabsstelle „Digitaler Wandel“ der Landesregierung. Von dort aus steuert sie zentrale Digitalisierungsprojekte, baute ein landesweites Netzwerk aus sechs digitalen Innovationszentren mit auf und prägt die landeseigene Digitalkonferenz NØRD entscheidend mit.
Eigentlich liest es sich wie eine Erfolgsgeschichte. Doch nun gerät die Landesbeamtin unter erheblichen Druck. Im Raum steht ein möglicher Interessenkonflikt. Denn Mareike Donath hält Anteile (20 Prozent) an der Firma ihres Vaters, „ratiodomo“. Genau dieses Unternehmen strich 2022 rund 41.000 Euro Fördergelder aus einem Topf des ebenfalls SPD-geführten Landwirtschaftsministeriums ein.






