Stand: 22.07.2026 • 00:38 Uhr
Seit Wochen wüten in Südfrankreich massive Waldbrände. Eine Region, die es hart getroffen hat, sind die Pyrénées-Orientales - dort fielen den Flammen auch zahlreiche Weinhänge zum Opfer. Die Winzer stehen vor dem Nichts.
Hinter der Bergkuppe ist plötzlich alles braun und schwarz. Auch der Boden. Das Feuer hat buchstäblich verbrannte Erde hinterlassen. 5.000 Hektar Wald und Weinstöcke sind dahin. Die Heimat und die Lebensgrundlage von Menschen wie Jean-Louis Salies.
Der 78-jährige Weinbauer steht vor seinem Haus ganz oben im 50 Einwohner zählenden Dörfchen Tarerach - ein warmer, fester Händedruck, ein freundlicher, aber rief trauriger Blick. Salies geht voraus in die dunkle Küche. Hier hängt der Kummer schwer in der Luft. "Als ich nach der Evakuierung zurückgekommen bin, habe ich geweint. Und heute Morgen, als ich mich endlich überwunden habe, meine Weinhänge abzufahren, da haben es die Tränen auch wieder leicht gehabt."
Von 45 Hektar sind ihm nur acht geblieben. Seit dreihundert Jahren ist seine Familie hier verwurzelt. Salies ringt um die Worte, schluckt schwer. "Wir haben den Weinanbau in unserem Herzen, im Bauch, im Kopf. Das ist unsere Leidenschaft. Man muss diesen Beruf schon sehr lieben, um jetzt nicht alles hinzuschmeißen."








