PfadnavigationHomePolitikAuslandAlican UludagTürkei nimmt erneut Reporter der Deutschen Welle festStand: 18:57 UhrLesedauer: 2 MinutenAlican UludagQuelle: Batu Bozkürk/dpaDer DW‑Reporter Alican Uludag ist in der Türkei erneut festgenommen worden. Die Behörden sprechen von „Hass und Feindseligkeit“, die er verbreitet habe. Bereits im Frühjahr saß er wegen Präsidenten‑Beleidigung in Haft. Die Bundesregierung hatte sich damals für ihn eingesetzt.Ein türkischer Journalist der Deutschen Welle ist in der Türkei erneut wegen kritischer Kommentare auf Onlineplattformen inhaftiert worden. „Ich werde festgenommen“, erklärte Alican Uludag am Dienstag im Kurzbotschaftendienst X. Die Staatsanwaltschaft in Ankara teilte mit, sie habe Ermittlungen wegen Beiträgen im Internet aufgenommen, die zu „öffentlichem Hass und Feindseligkeit“ anstachelten und in denen Falschinformationen verbreitet worden seien.Der in der Hauptstadt Ankara ansässige Journalist war bereits im Februar wegen „Beleidigung des Präsidenten“ festgenommen worden und hatte anschließend rund 90 Tage im berüchtigten Gefängnis Silivri nahe Istanbul verbracht. Um welche Kommentare es bei den neuen Vorwürfen genau geht, wollte die Staatsanwaltschaft am Dienstag nicht sagen. Auf Uludags X-Account ist allerdings zu sehen, dass der Journalist zuletzt zahlreiche regierungskritische Beiträge geteilt hatte.Lesen Sie auchLaut der Deutschen Welle wird gegen Uludag nun „mit neuen Vorwürfen in einem weiteren Verfahren ermittelt“. Intendantin Barbara Massing nannte die Festnahme „zutiefst besorgniserregend“ und erklärte, journalistische Arbeit dürfe nicht kriminalisiert werden. „Wir erwarten, dass seine Rechte uneingeschränkt gewahrt werden, und fordern auch hier ein rechtsstaatliches und faires Verfahren.“In dem früheren Verfahren, das weiter läuft, hatte die türkische Justiz ebenfalls wegen „Verbreitung von Falschinformationen“ sowie „öffentlicher Herabwürdigung von Justizeinrichtungen“ gegen Uludag ermittelt. Die Vorwürfe gingen offenbar auf einen Beitrag im Internet zurück, in dem der Journalist der Deutschen Welle zufolge Kritik an der Freilassung mutmaßlicher Kämpfer der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) geübt hatte. Außerdem hatte er der türkischen Regierung Korruption vorgeworfen.Bundesregierung hatte sich für Uludag eingesetztDie Bundesregierung und Menschenrechtsorganisationen hatten damals seine Freilassung gefordert. Im Mai ordnete ein Gericht dann Uludags Entlassung an, die Anklage wurde allerdings aufrechterhalten. Laut Deutscher Welle ist der Gerichtstermin in diesem Verfahren für den 18. September angesetzt.Lesen Sie auchWie Uludag sind in den vergangenen Jahren in der Türkei zehntausende Menschen wegen „Beleidigung des Präsidenten“ oder ähnlicher Delikte strafrechtlich verfolgt worden - häufig aufgrund von Beiträgen im Internet.Der Deutschen Welle zufolge ist Uludag seit mehreren Jahren in der Türkei für den Sender tätig. Als Gerichtsreporter berichtete er demnach über Menschenrechtsverletzungen, Korruptionsfälle und Prozesse und erreicht mit seinen Berichten eine breite Öffentlichkeit.dpa/nw