Nach dem Tod eines Migranten bei einer Festnahme in Bologna legitimiert die Rechte die Gewalt – nicht zum ersten Mal. Doch Italiens Zivilgesellschaft lebt.

Diese Italiener erheben sich gegen die Polizei: Protest in Bologna

Michele Lapini /reuters

Z u Tausenden strömten am Montagabend die Bür­ge­r*in­nen in Bologna zusammen, um eines Polizeiopfers zu gedenken. Der 43-jährige Abderrahim Fakir hatte am Vortag seine Festnahme durch zwei Polizisten nicht überlebt. Bologna und andere Städte reagierten mit Entsetzen, Anteilnahme und Solidarität für die Familie, die Aufklärung fordert.

Dies zeigt: Italiens Zivilgesellschaft lebt, auch unter der Regierung der Postfaschistin Giorgia Meloni. Zugleich zeigen die Reaktionen aus dem politischen Raum, wie bitter notwendig dieser Protest ist. Kaum machte die Meldung vom Tod Fakirs die Runde, schon dekretierte Galeazzo Bignami, Fraktionsvorsitzender der Meloni-Partei Fratelli d’Italia im Abgeordnetenhaus, der Polizeieinsatz sei „völlig professionell“ abgelaufen.