Für einen Moment Europameister sein, um im nächsten Moment disqualifiziert zu werden. Diese Erfahrung musste am vergangenen Wochenende der Dresdner Ole Steinbach machen. Am Sonnabend lief der 16-jährige bei der U18-Leichtathletik-Europameisterschaft im Finale über 800 Meter vor der internationale Konkurrenz ins Ziel. Mit einer Zeit von 1:49,44 Minuten stellte er sogar eine neue persönliche Bestzeit auf. Doch sein Jubel hielt nicht lange an.
EM-Titel aberkannt
Weil Steinbach während des Laufes seinen Ellenbogen eingesetzt hatte, prüfte das Schiedsgericht noch einmal die Video-Aufnahmen und sah, dass sich Steinbach regelwidrig mit dem Arm Platz verschaffte. Die Konsequenz: Der Dresdner wurde disqualifiziert. Der Franzose Axel Mougel-Depoutot, der das Rennen mit einer Zeit von 1:49,76 Minuten auf dem zweiten Rang beendet hatte, war Europameister. Steinbach ging leer aus.
Steinbach lässt den Frust raus
Für den Dresdner ist die Entscheidung ein Skandal. In seiner Instagram-Story schrieb der 16-Jährige: „Ich wurde wegen einer technischen Kleinigkeit disqualifiziert, was meiner Meinung nach zeigt, wie korrupt das System geworden ist.“Trotz des offiziellen Urteils, will er sich seinen Erfolg aber nicht nehmen lassen. Er betonte den ideellen Wert seines Laufs: „Die Emotionen und die Gefühle, ein EUROPAMEISTER zu sein, werde ich nie verlieren. Denn für mich – und viele andere – bin ich der EUROPAMEISTER.“














