Das einzige vom Bergsturz verschonte Hotel in Blatten ist gerettetNach der Naturkatastrophe im Lötschental stand das Berghotel Fafleralp trotz unversehrten Gebäuden vor dem Aus. Dank einer Millionenspende ist die Zukunft des Traditionshauses nun gesichert.21.07.2026, 15.46 Uhr3 LeseminutenDas Hotel Fafleralp war nach dem Bergsturz 16 Monate geschlossen.PDDer Bergsturz von Blatten hat das Dorf buchstäblich zerrissen. Seit dem 28. Mai 2025 liegt der Dorfkern unter einem gewaltigen Schuttkegel. Andere Teile der Walliser Gemeinde sind verschont geblieben. Zu den unberührten Gebieten gehört die Fafleralp, die erhöht weiter hinten im Lötschental liegt. Dort hat das Traditionshotel Fafleralp die Katastrophe äusserlich intakt überstanden.Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Doch genau dieses Verschontbleiben drohte dem über hundertjährigen Gasthaus zum Verhängnis zu werden. Weil der Bergsturz nur zwei Tage vor dem geplanten Saisonstart die Zufahrt verunmöglichte, fiel die Sommersaison aus. Die Angestellten blieben bei dem Unglück unversehrt und mussten später evakuiert werden. Es folgten Monate der Ungewissheit.Verschont und doch betroffenVon den Millionen an Spendengeldern für das Dorf Blatten erhielt das Hotel – in dem einst schon Charlie Chaplin und Gerhard Schröder nächtigten – fast nichts. Gleichzeitig liefen die Kosten während der Zwangspause weiter. Die Fixkosten türmten sich, die Versicherungsgelder blieben aus. Auch verursachte der Stillstand Sachschäden, und im Haupthaus lief zeitweise kein Wasser mehr. Pascal Indermitte, der ehrenamtliche Verwaltungsratspräsident der Fafleralp AG, schätzt den Verlust auf rund fünf Millionen Franken, wovon das Unternehmen drei Millionen selbst tragen muss.Die NZZ berichtete im September 2025 über das Berghotel, das durch alle Raster zu fallen drohte. Indermitte hoffte damals auf einen grosszügigen Gönner. Nun wurde sein Optimismus belohnt. Am Dienstag gab die Kuoni-und-Hugentobler-Stiftung bekannt, dass sie die Hotel Fafleralp AG mit 1,5 Millionen Franken unterstützt.Der Stiftungsratspräsident Karl Hofstetter erklärte auf Anfrage, dass der NZZ-Artikel der Auslöser dafür war, dass sich die Stiftung mit dieser Ikone des Alpentourismus beschäftigte. Eine der wichtigsten Aufgaben der Stiftung sei es, den nachhaltigen Tourismus zu fördern. «Es passt hervorragend zu diesem Stiftungszweck, dem Hotel Fafleralp in dieser aussergewöhnlichen Notlage einen Rettungsanker zu werfen. So stellen wir sicher, dass auch in Zukunft viele Menschen dieses touristische Kleinod in den Schweizer Alpen besuchen und geniessen können», sagt Hofstetter.Die Kuoni-und-Hugentobler-Stiftung, die aus der Kuoni Reisen Holding AG entstanden ist, ist mehr als nur ein Gönner. Mit dem Geld erhöht sie das Aktienkapital der AG und stellt neu ein Mitglied des Verwaltungsrats. Hofstetter sagt, sie hätten sich die Pläne für die kommenden Jahre angeschaut und seien überzeugt, dass es nach dem Bergsturz gelingen werde, mit den von der Stiftung eingebrachten Mitteln das Hotel weiter erfolgreich zu führen. Hofstetter hofft, dass weitere Aktionäre einsteigen, damit das finanzielle Polster grösser wird.Nur über Notstrasse erreichbarDer Verwaltungsratspräsident Indermitte zeigte sich erleichtert über den Einstieg der Stiftung. «Die Kapitalerhöhung ist die einzige Chance auf eine erfolgreiche Zukunft. Alleine hätten wir die grossen finanziellen Einbussen nicht stemmen können.» Am 4. Juli hat das Hotel den Betrieb unter erschwerten Bedingungen wieder aufgenommen. Seit dem 20. Juli ist auch das Restaurant für Tagestouristen wieder geöffnet.Die frühere Zufahrtsstrasse wird voraussichtlich noch mehrere Jahre gesperrt bleiben. Die Erschliessung erfolgt über eine Notstrasse mit dem Postauto, das von der Lauchernalp zur Fafleralp fährt. Für jeden der acht täglichen Kurse gibt es zwanzig Plätze, für die eine vorherige Anmeldung erforderlich ist. Die Reisezeit verlängert sich dadurch um rund eine Stunde.Entsprechend zurückhaltend ist die Nachfrage nach den 127 Betten in den Monaten Juli und August. Für den Herbst sieht es besser aus. Vom 27. bis zum 30. August findet die Konzertreihe «Fafleralp Sessions» statt, und im September geht zum ersten Mal ein Literaturfestival über die Bühne. Indermitte rechnet aufgrund dieser Umstände und der verkürzten Saison erst im Jahr 2030 mit schwarzen Zahlen. Doch der Optimismus ist zurück. «Nach dem Einstieg der Kuoni-und-Hugentobler-Stiftung haben wir es nun in den eigenen Händen, dieses Juwel wieder zum Glänzen zu bringen», sagt Indermitte.Passend zum Artikel