Die Volkswirtschaften Mitteleuropas entwickeln sich zu unerwarteten Gewinnern des weltweiten Booms Künstlicher Intelligenzen (KI). Vor allem Polen und Ungarn verzeichnen ein starkes Wachstum bei Exporten, die mit der KI-Infrastruktur zusammenhängen, da Unternehmen ihre Lieferketten über die traditionelle Industrieproduktion hinaus ausbauen.
Zwar gehört Mittelosteuropa weder zu den führenden Herstellern hochentwickelter Halbleiter noch zu den weltweit wichtigsten Entwicklern von KI-Technologien. Analysten zufolge könnten jedoch die industrielle Basis, gut ausgebildete Fachkräfte und etablierte Produktionsnetzwerke dazu beitragen, dass Länder wie Polen und Ungarn einen größeren Anteil am wachsenden Markt für Server, Elektronik und andere KI-bezogene Ausrüstung gewinnen.
Die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBWE) erklärte in ihrem im Juni 2026 veröffentlichten Bericht Regional Economic Prospects, dass die KI-bezogenen Exporte ihrer Mitgliedsländer schneller wachsen als andere Ausfuhren. Dies stütze das Wirtschaftswachstum in einer Zeit, in der klassische Industriesektoren – insbesondere die Automobilproduktion – unter einer schwächeren Nachfrage leiden.
„Ein Lichtblick ist, dass der KI-Boom in den Vereinigten Staaten eine starke Nachfrage nach Gütern erzeugt, die mit KI-Anwendungen zusammenhängen – darunter Prozessoren, optische Ausrüstung, Kommunikationstechnologie und Computerhardware“, sagte EBWE-Chefvolkswirtin Beata Javorcik im Gespräch mit IntelliNews anlässlich der Veröffentlichung des Berichts. „Dadurch erleben mitteleuropäische Länder wie Ungarn und Polen einen deutlichen Anstieg ihrer Exporte.“











