Die neue Börse werde unabhängig vom Hauptmarkt der LSE operieren und zunächst Zugang zu börsengehandelten Produkten wie Fonds bieten, die den britischen oder US-amerikanischen Aktienmarkt abbilden. Die ‌LSE reagiere damit auf eine gestiegene Nachfrage insbesondere von Privatanlegern, zitiert das Blatt Unternehmenschefin Julia Hoggett (52).„Privatanleger sind zunehmend daran gewöhnt, zu handeln, wann immer sie es möchten, und nicht nur während der Öffnungszeiten der Märkte“, sagte Hoggett der Zeitung. Die London Stock Exchange sei schon immer ein Knotenpunkt für inländische und internationale Kapitalströme gewesen, darauf bauten die Pläne nun auf.

Ab dem kommenden Jahr könnten auf der neuen Plattform zunächst börsennotierte Fonds (ETFs) auf britische und US-Werte gehandelt ​werden, hieß es weiter. Sie werde zwischen 17:00 Uhr und 7.50 Uhr britischer Zeit ⁠geöffnet ⁠sein. Um 6.30 Uhr gebe es eine 30-minütige Unterbrechung für die Feststellung und Abrechnung der Schlusskurse. Der bisherige Wertpapierhandel bleibe davon unberührt und laufe wie ‌bisher zwischen 08.00 und 16.30 Uhr.Mit diesen Plänen folgt ​die LSE einem ‌internationalen Trend: Spätestens mit dem Aufstieg der Kryptowährungen, die auf spezialisierten Online-Plattformen rund um die Uhr gehandelt werden können, steigt der Druck auf die traditionellen Börsenbetreiber, ihre Geschäftszeiten auszuweiten. Zugleich sind Kryptobörsen wie Coinbase und Kraken in das Terrain traditioneller Börsen vorgedrungen, indem sie Anlegern rund um die Uhr Zugang zum Aktienhandel ermöglichen.An der US-Technologiebörse Nasdaq können ‌Wertpapiere ab Dezember werktags 23 Stunden lang gehandelt werden. An der US-Börse Cboe ist dies für ausgewählte Aktien seit vergangener Woche möglich. Im ‌Mai startete die CME einen durchgehenden ​Handel für Terminkontrakte auf ‌Kryptowährungen. Die New York Stock Exchange (Nyse) hat die Genehmigung für ‌eine Ausweitung ​der Handelszeiten auf 22 Stunden erhalten.