Die Hamburger Privatbank Berenberg kann einen Schlussstrich unter das Geschäftsjahr 2025 ziehen. Wie das Institut am Dienstag mitteilte, hat die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte ein uneingeschränktes Testat für den Jahresabschluss erteilt, in dem alle unter der vorherigen Geschäftsleitung entstandenen strittigen Vorfälle verarbeitet sind.Am 19. Juni hatte die Bafin angeordnet, dass alle drei Geschäftsführer ihre Tätigkeit ruhen lassen müssen und dass das Institut von zwei Sonderbeauftragten geleitet wird.Grund für diese ungewöhnliche Maßnahme der Finanzaufsicht waren nach Informationen der F.A.Z. Bewertungsfragen von Handelspositionen auf eigene Rechnung („Eigenhandel“) und unklare Motive hinter manchen Transaktionen. So soll der von der Bafin abgesetzte Miteigentümer der Bank, Hendrik Riehmer, dem Vernehmen nach auf einer hohen Bewertung zum Stichtag 31. Dezember 2025 beharrt haben, um den Gewinnrückgang der Berenberg-Bank nicht ganz so schlimm erscheinen zu lassen. Der Verwaltungsrat als Kontrollgremium, dem Riehmers langjähriger Weggefährte Hans-Walter Peters vorsaß, gab ein Gutachten bei EY in Auftrag; diese Sonderprüfung gab Deloitte in wesentlichen Punkten recht. Daraufhin informierte der Verwaltungsrat die Finanzaufsicht, die Peters zu einem der zwei Sonderbeauftragten einsetzte.Überschuss zum Halbjahr von 40 Millionen EuroMit 20,2 Millionen Euro fällt der Jahresüberschuss deutlich geringer aus als 2024, als er 81,6 Millionen Euro betragen hatte. Berenberg wies allerdings darauf hin, dass schon am 19. Juni, dem Tag des Eingreifens der Bafin, ein Jahresüberschuss in dieser Höhe in Aussicht gestellt worden sei. In der ersten Hälfte des laufenden Jahres sei bereits ein Überschuss von 40 Millionen Euro erzielt worden. In der Mitteilung wies Peters darauf hin, dass die Unregelmäßigkeiten nicht das Kundengeschäft beträfen. „Es gab und gibt keinerlei Auflagen der Bafin hierzu.“Den Angaben zufolge steigerte Berenberg sein Geschäft im Aktienhandel. Das Handelsvolumen im Jahr 2025 erhöhte sich um 27 Prozent auf 179 Milliarden Euro. Im Bereich Equity Capital Markets in der Region Deutschland-Österreich-Schweiz gab es 37 Transaktionen mit einem Gesamtvolumen von 11,5 Milliarden Euro, darunter den Börsengang von Pfisterer.
Berenberg Bank: Jahresabschluss 2025 von Deloitte testiert
Der Jahresüberschuss fällt deutlich geringer aus als im Vorjahr. Dafür sind alle unter der vorherigen Geschäftsleitung entstandenen strittigen Vorfälle verarbeitet.








