Die Berenberg-Bank hat vier Wochen, nachdem zwei Sonderbeauftragte der Finanzaufsicht Bafin die Führung übernommen haben, seinen ausstehenden Jahresabschluss veröffentlicht und Fehler eingeräumt. Deutschlands älteste Privatbank schloss das Jahr 2025 mit einem Jahresüberschuss von 20,2 Millionen Euro ab, das sind drei Viertel weniger als noch im Vorjahr (81,6 Mio. Euro). Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte testierte den Jahresabschluss uneingeschränkt, wie die Bank in einer Mitteilung bekannt gab.Das Ergebnis liege damit auf dem Niveau, das die Bank am 19. Juni genannt hatte, als die Bafin die drei bisherigen Geschäftsleiter ausgetauscht hatte und Hans-Walter Peters (71) und Michael Horf (53) als Sonderbeauftragte mit Geschäftsleiterbefugnis eingesetzt hatte, so die Bank. Wie es zu der Entmachtung von der kompletten Geschäftsleitung aus Hendrik Riehmer (58), David Mortlock (51) und Christian Kühn (58) kam, können Sie hier nachlesen .

Ergebnisse geschönt, Kredite zu unüblichen Konditionen vergebenDie Fehler im Jahresabschluss seien aufgefallen, als dieser erstellt worden sei. Eine vom Verwaltungsrat veranlasste Untersuchung habe anschließend ergeben, dass Ergebnisse der Bank geschönt und Kredite zu unüblichen Bedingungen an Mitglieder der Geschäftsleitung vergeben worden seien. Das Kundengeschäft war den Angaben zufolge davon nicht betroffen. „Es gab und gibt keinerlei Auflagen der Bafin hierzu“, erklärt Peters, einst Riehmers Kompagnon an der Bankspitze und danach Verwaltungsratschef des Instituts.