Sachsen-Anhalt steht vor einem Rentenproblem, das größer werden könnte als bisher angenommen. Bereits heute sind rund 81.000 Menschen über 65 Jahre im Land von Altersarmut betroffen. Nun zeigen neue Berechnungen: Mehr als 300.000 Vollzeitbeschäftigte verdienen derzeit zu wenig, um nach 45 Arbeitsjahren eine Rente oberhalb der Armutsgefährdungsschwelle zu erreichen. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage des Linken-Bundestagsabgeordneten Dietmar Bartsch hervor.

Die Zahl wirkt wie ein Warnsignal. Denn sie betrifft nicht Menschen ohne Arbeit, sondern Beschäftigte, die jeden Tag zur Arbeit gehen. Wer jahrzehntelang Vollzeit arbeitet, gilt gemeinhin als abgesichert. Die aktuellen Daten stellen genau dieses Versprechen jedoch infrage.

Was bedeutet Altersarmut?

Als armutsgefährdet gilt, wer weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens zur Verfügung hat. Von Altersarmut spricht man, wenn Menschen im Rentenalter unter dieser Schwelle liegen. Das bedeutet jedoch nicht zwangsläufig, obdachlos oder mittellos zu sein. Viele Betroffene können ihre laufenden Kosten zwar noch decken, müssen jedoch bei Ausgaben für Wohnen, Gesundheit, Mobilität oder gesellschaftliche Teilhabe deutlich sparen. In Sachsen-Anhalt betrifft das rund 81.000 Menschen über 65 Jahre.