Apple hat erste Versuche gestartet, ein großangelegtes US-Kartellverfahren abzuwenden. Laut einem Bericht der Finanznachrichtenagentur Bloomberg hätten vor kurzem „frühe Gespräche“ zwischen Apple und den klagenden Behörden begonnen. Es gebe aber keine Garantie dafür, dass es zu einer außergerichtlichen Einigung komme. Ein Gerichtstermin wurde bislang noch nicht angesetzt. Die Bemühungen gingen offenbar von Apple aus. Das Unternehmen habe „mehrfach“ Angebote unterbreitet, den Fall beizulegen. Genauere Vorschläge kamen demnach in den vergangenen Wochen auf den Tisch – und zwar von beiden Seiten.
Großklage durch das US-Justizministerium
Nicht nur in der Europäischen Union, in Japan oder Indien hat Apple Ärger mit Regulierungs- und Kartellbehörden wegen möglicher Wettbewerbsverstöße, sondern auch in seiner Heimat. Das US-Justizministerium (Department of Justice, DoJ) verfolgt dort seit mehreren Jahren ein Verfahren gegen Apples gut integriertes Ökosystem, das seiner Ansicht nach Konkurrenten ausbremst. Die 2024 eingereichte Klage behauptet unter anderem, dass Apple den Markt für High-End-Smartphones „monopolisiert“ habe.
Zudem stoppe Apple im App Store sogenannte Super-Apps, also Programme, die im Sinne von WeChat diverse Funktionen in einer Anwendung zusammenfassen und auch Mini-Apps durch externe Entwickler erlauben. Der App Store und dessen Provision spielen in dem Verfahren hingegen nur eine Nebenrolle, da hierzu bereits Privatklagen laufen. Das DoJ wirft Apple allerdings vor, unter anderem externe Messaging-Apps und Wallets für Zahlungsmittel auszubremsen, zudem Computeruhren von Drittanbietern. Auch die Tatsache, dass die Apple Watch nur mit dem iPhone arbeitet, wird kritisch beäugt.









