Algen sind gesund und ihr Anbau ist gut für die Biodiversität, doch noch ist der europäische Markt klein. Zu Besuch bei einem Algenzüchter.
D er französische Atlantik präsentiert sich an einem Morgen Ende April von seiner sonnigen, geradezu harmlosen Seite. Das Boot von Michael Gleeson liegt startklar im Hafen von Le Guilvinec, einem kleinen Küstenort im bretonischen Departement Finistère, das von Brest im Norden bis Quimper im Süden reicht. Gleeson hat sich auf Algenzucht und -ernte spezialisiert. Sein kleines Boot ist für diesen Zweck umgebaut und hocheffizient. Es bietet Platz für maximal zwei bis drei Leute und ist ohne Reling, nur mit Stehkabine, Seilwinden und Abstellfläche für einige Sammelbehälter ausgestattet.
Algen sind schleimig, glitschig, riechen nach Meer und schmecken salzig. Um die 700 Arten dieser Pflanzen kennt man an der französischen Atlantikküste, wo die Bretagne als Europas größtes Algenfeld gilt. Algen aus dem Meer sind meist Großalgen, rot, grün oder braun und gut sichtbar. Genutzt werden sie in der Bretagne seit mehr als 300 Jahren, als der angespülte Seetang anfangs als natürlicher Dünger auf den Feldern landete.
Seither hat sich herumgesprochen, wie vielseitig Algen sind, man findet sie in Seifen und Kosmetikprodukten, im Tierfutter oder als Binde- und Geliermittel in der Lebensmittelproduktion. In der asiatischen Küche finden sie schon lange Verwendung. Ein Gemüse aus dem Meer, das wie Pflanzen Licht zum Wachstum braucht, viel Jod enthält und hohe Werte an mehrfach ungesättigten Fettsäuren und essenziellen Mineralien aufweist.






