Zugegeben, so langsam war der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) diesmal nicht. Gerade fünf Monate ist die erste Ankündigung alt, dass in der Sparkassen-App auch direkt Aktien und ETF gehandelt werden können. Unfreiwillig komisch mutet derweil der staatstragende Kommentar des Verbandsvorstandsmitglieds Joachim Schmalzl an. „Wir wollen nicht, dass Menschen aus Gewohnheit dauerhaft unter ihren Möglichkeiten bleiben“, kommentierte dieser das neue Angebot der Sparkassen.Dabei sind es die öffentlich-rechtlichen Institute selbst, die dafür sorgen, dass Sparkassenkunden unter ihren Möglichkeiten bleiben. Wer auf Sicherheit setzt, und das tun viele Deutsche, bleibt bei den Sparkassen unter seinem Potential. Die Zinsen, die die öffentlich-rechtlichen Institute zahlen, gehören zu den niedrigsten. Die Gebühren für Kontoführung oder Kreditkarteneinsatz außerhalb der Eurozone wiederum zu den höchsten.„Wir müssen Hürden abbauen, ohne Risiken kleinzureden, und digitale Einfachheit bieten, ohne Vermögensbildung auf kurzfristiges Handeln zu verkürzen“, gibt selbst Schmalzl zu. Aber wie kann eine App über Risiken aufklären?Es ist nachvollziehbar, dass die Sparkassen wie die Volksbanken dieses Feld nicht allein den Neobrokern überlassen möchten. Und vielleicht trägt die Aktienfunktion in der Sparkassen-App auch zur Finanzbildung bei. Aber nur, wenn Kunden lernen, dass man mit Aktien nicht nur einiges gewinnen, sondern auch viel oder alles verlieren kann.
Sparkassen-App: Jetzt Aktien und ETF auf dem Smartphone handeln
Die Sparkassen haben ihren Ankündigungen Taten folgen lassen. In der App lassen sich jetzt auch Aktien handeln. Und der Verband lobt sich selbst. Zu Recht?










