Zum Empfang der spanischen Fußballteams werden am Montag im Zentrum von Madrid bis zu eine Million Menschen erwartet. Vorher geht es zum König.
Mit Trophäe aus dem Flugzeug: Rodrigo Hernandez mit WM-Pokal, neben ihn Trainer Luis de la Fuente und Verbandschef Rafael Louzan
Violeta Santos Moura/reuters
„Wir haben gewonnen und ich bin trotzdem total verärgert“, sagt der Wirt in einer der Dorfkneipen in einem kleinen Ort in den Bergen bei Madrid. Draussen geht ein spontanes Feuerwerk los, aber er kann einfach nicht vergessen, was er „versuchten Raub“ nennt. Dreimal stand die Terrasse seiner Kneipe – und die der anderen am Platz – Kopf. Zweimal wurde das Tor annulliert. Heftige Fouls der Argentinier wurden nicht geahndet. So mancher befürchtete 120 Minuten lang, es könnte ausgehen wie beim Viertelfinale Argentinien gegen Ägypten, wo ebenfalls Fouls nicht geahndet und ein Tor annulliert wurde, was der Elf um Leo Messi schließlich den Weg zum einer Aufholjagd ebnete.
Dann endlich der Schlusspfiff, die Erlösung. 1:0. Spanien ist – nach dem Sieg der Frauen vor zwei Jahren – jetzt auch Weltmeister bei den Männern. Zum zweiten Mal nach 2010. Ein Freudenschrei wie aus einer Brust. Die Menschen strömen auf die Straße und tanzen vor Freude. Eine Stimmung wie sie nicht einmal beim Dorffest im September herrscht. Feuerwerk – trotz Waldbrandgefahr, Fahnen, plötzlich laute Musik aus riesigen Lautsprecher, die irgendwer gegenüber aufgestellt hat. „Campeones“ und „Wir sind Spanier“ rufen die meist jungen Leute und tanzen zu sommerlicher Popmusik.










