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Wohnungsmarkt: Mieten steigen um 4,0 Prozent – „Krise verschärft sich“ Die Wohnungsmieten in Deutschland sind im Frühjahr erneut deutlich gestiegen. Außerhalb der größten Metropolen zog das Mietniveau besonders kräftig an.

Die Fassade eines Wohnhauses in Stuttgart. Foto: Bernd Weißbrod/dpaDie Wohnungsmieten sind einer Studie zufolge im Frühjahrsquartal deutlich gestiegen. Die Angebotsmieten zogen bundesweit um 4,0 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum an, wie aus Berechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) hervorgeht. Diese lagen der Nachrichtenagentur Reuters am Montag vorab vor.Zum Vergleich: Die allgemeine Inflationsrate lag trotz infolge des Iran-Kriegs stark gestiegener Energiepreise mit rund 2,6 Prozent deutlich niedriger. Allein zum Vorquartal zogen die Mieten von April bis Juni um 1,3 Prozent an.„Die Zahlen zeigen erneut: Die Mietpreiskrise verschärft sich weiter“, sagte der Bundesdirektor des Deutschen Mieterbundes (DMB), Florian Becker, im Gespräch mit Reuters. „Dass die Angebotsmieten deutlich stärker steigen als die Inflation und Lohnentwicklung, ist für Wohnungssuchende nicht nur der unteren Einkommensgruppen dramatisch.“Der Druck auf den Wohnungsmarkt betreffe längst nicht mehr nur die Metropolen, sondern auch viele Großstädte und ihr Umland. „Der Mietwohnungsmarkt funktioniert mittlerweile in großen Teilen Deutschlands nicht mehr“, kritisierte Becker. Die Bundesregierung müsse dringend Maßnahmen ergreifen, um Mietsteigerungen gesetzlich zu begrenzen sowie den Bau bezahlbarer Wohnungen voranzubringen.Großes Plus bei Mieten in Köln„Besonders kräftig fällt die Entwicklung derzeit in den Großstädten außerhalb der größten Metropolen aus“, erklärten die IW-Autoren Pekka Sagner und Michael Voigtländer. Hier habe der Zuwachs bei 4,9 Prozent gelegen. Im Umland dieser Städte fiel das Plus mit 3,9 Prozent ebenfalls kräftig aus. In den Top-7-Städten Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt, Stuttgart und Düsseldorf fiel das Plus mit 2,9 Prozent geringer aus.LEG-Chef Lars von Lackum „Für Privatvermieter ist es nahezu unmöglich, gesetzeskonform zu handeln“ Deutschlands zweitgrößter Vermieter hofft auf wieder bessere Zeiten am Immobilienmarkt. Im Interview mahnt er zu einem Reset bei der Baupolitik. von Philipp FrohnDie Angebotsmieten stiegen in nahezu allen Großstädten deutlich. Den stärksten Zuwachs verzeichnet Köln mit 7,9 Prozent. Auch Hamburg mit 5,5 Prozent, Leipzig mit 5,4 Prozent und Essen mit 5,0 Prozent wiesen eine hohe Dynamik auf. In Dortmund legten die Mieten um 4,7 Prozent zu, in Düsseldorf und München um 3,8 beziehungsweise 3,7 Prozent. Moderater fielen die Zuwächse in Frankfurt am Main mit 2,9 Prozent aus. Stuttgart und Berlin liegen mit 0,9 und 1,0 Prozent deutlich unter dem Durchschnitt der übrigen Städte.Immobilien-Kaufpreise in Deutschland steigenGestiegen sind auch die Kaufpreise. Eigentumswohnungen und Ein- und Zweifamilienhäuser verteuerten sich bundesweit jeweils um 0,8 Prozent zum Vorjahresquartal. Im Vergleich zum Vorquartal legten die Preise um 0,2 beziehungsweise 1,0 Prozent zu. „Von einem neuen kräftigen Preisaufschwung kann damit bislang nicht gesprochen werden“, betonten Sagner und Voigtländer.Immobilien Mit steigenden Zinsen kommt der Härtetest für Hauskäufer Die Bauzinsen ziehen wieder an. Das zeigt einmal mehr, wie wichtig Spielraum in der Finanzierung ist. Anderenfalls droht eine finanzielle Schieflage. Ein Kommentar. von Martin GerthRegional nimmt die Differenzierung zu. Bei den Kaufpreisen zeigen sich leichte Rückgänge in den Top-7-Städten, während die übrigen Großstädte und ihr Umland moderate Zuwächse verzeichnen. Bei den Kaufpreisen reicht die Jahresentwicklung von einem Plus von 5,0 Prozent in Dortmund bis zu einem Rückgang von 1,9 Prozent in München.Das Kaufangebot ist zuletzt deutlich gestiegen, fanden die Forscher außerdem heraus: Verglichen mit dem ersten Quartal 2022 werden bundesweit nahezu doppelt so viele Eigentumswohnungen und rund 140 Prozent mehr Ein- und Zweifamilienhäuser inseriert. „Das ist vor allem Ausdruck gesunkener Nachfrage und längerer Vermarktungszeiten, nicht einer entsprechend starken Zunahme des Wohnungsbestands“, hieß es.Das Mietangebot bleibt dagegen vielerorts deutlich reduziert: Bundesweit liegt die Zahl der Inserate weiterhin knapp zwölf Prozent unter dem Niveau von Anfang 2022, besonders ausgeprägt in vielen Großstädten. Lediglich in Berlin liegt das sichtbare Mietangebot über dem Niveau von Anfang 2022, langfristig bleibe es aber deutlich hinter dem Niveau vor den Marktverwerfungen rund um den von der Politik eingeführten Mietendeckel zurück, so das IW.Insgesamt zeigt sich ein Wohnungsmarkt mit zwei unterschiedlichen Engpässen: Auf dem Kaufmarkt treffen viele Angebote auf eine durch die Finanzierungskosten begrenzte Nachfrage. Auf dem Mietmarkt dagegen stößt eine anhaltend hohe Nachfrage auf ein weiterhin knappes und regional sehr unterschiedlich verfügbares Angebot, so das Institut. rtr Mehr zum Thema Unsere Partner Anzeige Stellenmarkt Die besten Jobs auf Handelsblatt.com Anzeige ImmoScout Jetzt kostenlos den Wert deiner Immobilie ermitteln Anzeige IT BOLTWISE Fachmagazin in Deutschland mit Fokus auf Künstliche Intelligenz und Robotik Anzeige Remind.me Jedes Jahr mehrere hundert Euro Stromkosten sparen – so geht’s Anzeige Presseportal Lesen Sie die News führender Unternehmen! 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