PfadnavigationHomeWeltplusBackstageInnenpolitikEin Jahr Merz – und die große Frage nach Deutschlands ZukunftVeröffentlicht am 06.05.2026Lesedauer: 3 MinutenQuelle: Bernd von Jutrczenka/dpa; Martin U.K. Lengemann; Montage: Infografik WELTFriedrich Merz, der heute vor einem Jahr als erster Kanzler überhaupt zwei Anläufe benötigte, um seine Koalitionsmehrheit in eine erfolgreiche Wahl im Bundestag zu verwandeln, feiert den ersten Jahrestag im Amt.Es ist also Zeit für eine erste Bilanz oder, wie mein Kollege Nikolaus Doll schreibt: „Merz hat vor der Wahl versprochen, was er bislang nicht gehalten hat – und nach der Wahl mehrere zentrale Versprechen gebrochen.“In der Redaktion debattieren wir gerade intensiv, ob wir angemessen über die schwarz-rote Koalition berichten. Sind wir gerecht in der Beurteilung der einzelnen Ministerleistungen? Würdigen wir die Reformbemühungen ausreichend? Wie bilden wir die Krisenstimmung aus dem Regierungsviertel ab, wenn Kanzler und Vize-Kanzler öffentlich den Zwist in der Villa Borsig aufarbeiten und die einflussreichsten Sozialdemokraten Plan und Professionalität beim Koalitionspartner infrage stellen?Lesen Sie auchAnlaufschwierigkeiten im Kanzleramt sind keine Seltenheit: Gerhard Schröder hat in seinem ersten Jahr Finanzminister Oskar Lafontaine „verloren“, seinen Kanzleramtschef ausgetauscht und nach den Landtagswahlen 1999 gleich zweimal die Regierungsmacht der SPD an die CDU abtreten müssen. Angela Merkel kam nach einem schwierigen ersten Jahr die Fußball-WM 2006 gelegen. Mit dem Sommermärchen besserte sich die Stimmung im Land spürbar, parallel griff Schröders Agenda 2010. Die Wirtschaft wuchs. Die Arbeitslosenzahl sank.Reformen braucht das Land auch heute. Darin sind sich alle Beobachter einig. Tiefgreifender und umfassender als die Modernisierung des Arbeitsmarktes und der Sozialsysteme zu Beginn dieses Jahrtausends müssen sie ausfallen. Und sie sollen eine Antwort geben auf den demografischen Wandel, die globale Sicherheitslage, die hohen Kosten für die Energie und die bestenfalls stagnierende Konjunktur, die unter rückläufigen Exporten leidet.Deshalb haben wir uns bei WELT im Digitalen, in WELT am Sonntag und WELT TV der Neuerfindung Deutschlands gewidmet. Herausgeber Ulf Poschardt beschreibt in einem Essay, was es braucht, um zu Wachstum und wirtschaftlicher Stärke zurückzufinden.Lesen Sie auchDie Fachexperten aus Innenpolitik und Wirtschaft widmen sich den wichtigsten Politikfeldern – Steuern, Gesundheit, Migration. Sie beschreiben auch, welches Umdenken bei Bildung oder Integration notwendig ist und welches Wachstumspotenzial der Weltraum oder der Wohnungsbau mit Künstlicher Intelligenz bietet.Einerseits ist die Reformserie eine Denkaufgabe an uns selbst: Was braucht es für den Aufschwung, wenn wir Journalisten, deren Auftrag als vierte Gewalt vor allem der kritische Blick auf das Regierungshandeln ist, konkret werden mit Lösungsvorschlägen? Andererseits ist die „Neuerfindung Deutschlands“ ein Angebot an Sie, Inspiration zu finden abseits der Tagesaktualität, wenn Sie sich fragen, was das Land braucht, um zurück zu alter Stärke zu finden.Hier finden Sie die Übersicht über alle Texte und Videos aus der Reformserie „Die Neuerfindung Deutschlands“. Herzliche GrüßeFalk Schneider, Executive EditorDieser Beitrag entstand am 06. Mai 2026 in unserer Reihe „Backstage“, in der wir in zweiwöchigem Rhythmus den WELTplus-Abonnenten die Arbeit in der Redaktion vorstellen. Alle 14 Tage verschaffen wir Ihnen besondere Einblicke in den Redaktionsalltag wie diesen hier.
Innenpolitik: Ein Jahr Merz – und die große Frage nach Deutschlands Zukunft - WELT
Friedrich Merz, der heute vor einem Jahr als erster Kanzler überhaupt zwei Anläufe benötigte, um seine Koalitionsmehrheit in eine erfolgreiche Wahl im Bundestag zu verwandeln, feiert den ersten Jahrestag im Amt.








