PfadnavigationHomeWeltplusBackstageSportWM-Debakel – und jetzt kommt KloppStand: 16:07 UhrLesedauer: 3 MinutenQuelle: Federico Gambarini/picture alliance/dpa; Martin U. K. Lengemann/WELT; Montage: Infografik WELTAnfang Juni erschien ein Artikel von Julien Wolff und mir bei WELT. Seit 14 Jahren berichten wir gemeinsam über die deutsche Fußballnationalmannschaft.Unter der Überschrift „Bundestrainer auf Bewährung und mit enormer Fallhöhe“ schrieben wir über Julian Nagelsmann und dessen größte Herausforderung seiner Amtszeit – die WM. Wir skizzierten die enorme Fallhöhe und ließen nicht unerwähnt, dass im Hintergrund bereits ein möglicher Nachfolger bereitstehen würde – Jürgen Klopp.Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung waren wir bereits in den USA. Der Tross des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hatte sich zur Vorbereitung für ein paar Tage in Chicago einquartiert, ehe es nach Winston-Salem in North Carolina ins WM-Quartier ging – begleitet von rund 100 deutschen Medienvertretern. Der Output an Berichten ist enorm. In Bezug auf Nagelsmann sagte uns jemand aus dem DFB damals: „Ihr seht den Trainer und die Mannschaft aber ganz schön kritisch.“Das Potenzial, es nach dem Vorrunden-Aus bei der WM 2018 und 2022 bei diesem Turnier weiter zu schaffen, hatten Trainer und Mannschaft. Der Kader war gut zusammengestellt, die Rollen klar verteilt. Der Coach und die Spieler gaben sich selbstbewusst. Sie wirkten glaubhaft, wenn sie auf Pressekonferenzen in den USA über den guten Zusammenhalt sprachen – und auch das große Ziel, den WM-Titel. Und selbst wenn Curacao, der erste Gruppengegner, nur zweitklassig war – ein 7:1 muss auch erst einmal erreicht werden.Lesen Sie auchAleksandar Pavlovic, den wir drei Tage nach dieser Partie für ein exklusives Interview für WELT AM SONNTAG trafen, war guter Dinge. Knapp 20 Minuten saßen wir mit dem Mittelfeldspieler des FC Bayern auf dem Gelände der Wake Forest University zusammen. Der DFB hatte dort drei Trainingsplätze gemietet – und ein zweistöckiges Gebäude, das als Medienzentrum diente. Pavlovic erzählte eingangs von seinem Vater, der die Imkerei liebt. Er sprach zudem über Werte, Verantwortung und auch seine Träume. Es war ein Gespräch weit über den Fußball hinaus.Zwei Tage danach traf Pavlovic mit Deutschland auf die Elfenbeinküste. Das Spiel in Toronto gewannen er und seine Kollegen 2:1, doch schon da offenbarte sich, dass die deutsche Mannschaft längst nicht so stabil und gut war, wie es zuvor schien. Für den Sieg bedurfte es zweier Joker-Tore von Deniz Undav. Die Kurve bei der DFB-Auswahl ging fortan schrittweise nach unten. Erst unterlag sie Ecuador, weil sie körperlich nichts entgegenzusetzen hatte, dann blamierte sie sich im Sechzehntelfinale gegen Paraguay. Die Mannschaft fand keine Ideen, sich gegen den robust verteidigenden Gegner zu behaupten – und scheiterte schließlich im Elfmeterschießen.Lesen Sie auchErneut war die WM für den viermaligen Weltmeister Deutschland früh vorbei – und wir bei WELT fühlten uns nach 14 Flügen, fünf Städten und vier Stadien nach unserem Artikel zu Beginn des Turniers in gewisser Hinsicht bestätigt. Das war zweifelsohne nicht unser Ansinnen, gern hätten wir einen erfolgreicheren Turnierverlauf der Nationalmannschaft abgebildet. Nicht ohne Grund waren unsere ursprünglichen Rückflüge von New York aus auf den 20. Juli terminiert, also den Tag nach dem WM-Finale.Doch abermals ging die Reise vorzeitig zurück – und die Amtszeit eines Bundestrainers vorzeitig zu Ende. Auf Nagelsmann wird Klopp folgen. Und mit ihm hoffentlich erfolgreichere Jahre.Ihr Lars Gartenschläger,SportredakteurKompetenzcenterDieser Beitrag entstand am 15. Juli 2026 in unserer Reihe „Backstage“, in der wir in zweiwöchigem Rhythmus den WELTplus-Abonnenten die Arbeit in der Redaktion vorstellen. Alle 14 Tage verschaffen wir Ihnen besondere Einblicke in den Redaktionsalltag wie diesen hier.