Christoph Kramer ist ein Freund des schönen Spiels. Als TV-Experte des ZDF ließ er während der WM keine Gelegenheit aus, zu betonen, wie sehr ihm die Spielweise der Spanier imponieren würde. Der Fußball, den die Iberer im größten Turnier der Welt boten, war zwar selten spektakulär, dafür aber unglaublich dominant. Der Ball, das war schnell sichtbar, war der Freund eines jeden einzelnen Spielers im Kader. Um ein Fußballspiel oder gar ein ganzes Turnier siegreich zu gestalten, darf man allerdings auch andere Strategien anwenden. Wenn sie im Rahmen des Erlaubten bleiben. „Ich mag generell Mannschaften wie Argentinien, die wissen, wie sie gewinnen. Auch mit teilweise unfairen Mitteln“, referierte Kramer am späten Sonntagabend nach Abpfiff des WM-Endspiels, das Spanien durch ein Tor von Ferran Torres in der Verlängerung mit 1:0 gegen die Südamerikaner gewonnen hatte. Dann allerdings kam das große Aber. „Heute – und auch schon während des Turniers – haben sie den Bogen ein bisschen überspannt. Dieses WM-Finale gucken unglaublich viele Kinder und Jugendliche. Jeder, der unter 18 ist, sollte sich an Argentinien bitte kein Vorbild nehmen“, sagte Kramer.