Die traurige Realität - Ouvertüre

Der „Freischütz“ gilt als erste große deutsche romantische Oper. Jägersbursche Max will seine Agathe heiraten. Doch nach damaligen Standesdünken muss er sich zuvor mit einem Probeschuss beweisen. Um diesen nicht zu vergeigen, lässt er sich mit dem Teufel ein. Bei Weber klingt das natürlich viel romantischer von der Bühne und aus dem Orchestergraben. Das Werk begründet eine völlig neue Entwicklung in der Musikgeschichte, beeinflusste sogar Richard Wagner. Es war zudem das letzte Stück, das in der Semperoper gespielt wurde, bevor diese am 13. Februar 1945 in den Flammen versank.

Exakt 40 Jahre nach der Zerstörung Dresdens eröffnete man nach siebenjährigem Wiederaufbau das traditionsreiche Haus mit ebenjener Oper wieder. Dass der „Freischütz“ dort nicht im Weber-Jahr 2026 gespielt wird, liegt daran, dass die Opernleitung das Werk zum Jubiläum des Wiederaufbaus 2025 aufführen ließ. Und zwei Jahre hintereinander – das wäre wohl zu viel „Freischütz“ für die Opernwelt gewesen.

Carl Maria von Weber (1786–1826) wirkte ab 1817 als Königlicher Hofkapellmeister in Dresden. Er führte eine neue Sitzordnung für das Orchester ein und gründete den Opernchor sowie das Ballett. Seine Dresdner Sommermonate verbrachte er in einem Winzerhaus in der Nähe des Schlossgartens Pillnitz. Bereits zehn Jahre nach seinem Tod wurde es zur Pilgerstätte. Seit 1957 ist im Gebäude das ihm gewidmete Museum untergebracht. Das Fachwerkhaus, das um 1665 erbaut wurde, gehört zu den ältesten erhaltenen Wohnhäusern im Dresdner Stadtgebiet. Die letzte Ausstellung vor der Schließung fand im Jahr 2024 statt.