In Berlin gibt es seit letztem Jahr einen Hitzeaktionsplan – und massive Kritik daran. Aus Barcelona könnten Ideen kommen, wie es besser geht.
D ie Hitze staut sich in der Wohnung von Christian Domrich im fünften Stock schon am Vormittag. Gegen 11 Uhr misst das Thermometer bereits 25 Grad Celsius. Der Himmel über Berlin ist wolkenlos. Für Christian Domrich werden die nächsten Stunden anstrengend werden.
Der Rentner im braunkarierten Hemd sitzt bei einem Glas Wasser in seinem Wohnzimmer im Kreuzberger Bergmannkiez und wischt sich den Schweiß von der Stirn. Domrich zählt zu den Menschen, die als besonders hitzegefährdet gelten: Er ist 72 Jahre alt und leidet an Herzproblemen, regelmäßig nimmt er Medikamente ein. Die Medikamente machen seine ohnehin helle Haut gegenüber der UV-Strahlung noch empfindlicher.
Also hat der gebürtige Berliner Vorkehrungen getroffen: Er zeigt auf die Sonnenschutzfolie an seinem Wohnzimmerfenster, die bläulich schimmert: „Damit bleibt die Wohnung etwa vier Grad Celsius kühler.“ Die Fenster und die Balkontür im Obergeschoss seiner Wohnung, auf die am Nachmittag die Sonne fällt, sind mit dunklen Vorhängen verhangen.
Den Balkon, von dem aus Domrich – meist mit Sonnenhut auf dem Kopf – den Blick gern über die benachbarten Dächer schweifen lässt, wird er heute nicht betreten. Er erhitzt sich so stark wie eine Herdplatte. An heißen Sommertagen verbringe er stattdessen viel Zeit im Badezimmer, sagt er. Es ist der einzige kühle Raum in seiner Altbauwohnung.






