Bald kommen die Rechnungen, die manch einen umhauen werden. Für jeden Kilometer Schienennutzung wird ein Preis fällig. Beschlossen ist, dass die Trassenpreise im Regionalverkehr stark steigen werden. Berlin und Brandenburg rechnen mit Mehrkosten, die sich jährlich auf einen dreistelligen Millionenbetrag summieren. Beobachter befürchten massive Zugstreichungen. Jetzt will Robert Crumbach, Brandenburgs Infrastrukturminister, in die Offensive gehen und den Streit eskalieren. Der SPD-Politiker möchte den Konflikt um die Finanzierung des S-Bahn- und Regionalverkehrs vor Gericht bringen – so oder so. „Wir prüfen, welche rechtlichen Möglichkeiten bestehen“, sagte Crumbach der Berliner Zeitung.„Dazu könnte es gehören, Eisenbahnunternehmen zu unterstützen, wenn sie gegen Bescheide mit den neuen Trassenpreisen klagen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sie die Verteuerung einfach so hinnehmen werden“, erklärte der Minister. „Wir prüfen aber auch, ob wir als Land selbst Rechtsmittel einlegen und vor Gericht ziehen.“

EuGH-Urteil zu Trassenpreisen: Darum ist es so wichtig

S-Bahnen, Regionalexpresszüge, Regionalbahnen: Auch für die Hauptstadt-Region ist der Regionalverkehr unverzichtbar. Die S-Bahn Berlin befördert fast ein Viertel aller Fahrgäste, die mit der Deutschen Bahn (DB) unterwegs sind. Nicht nur Pendler aus Brandenburg, auch Berufstätige und Ausflügler aus Berlin sind auf ein gutes Zugangebot angewiesen. Über die Jahre sind die Fahrgastzahlen deutlich gestiegen.