Jens Ehrhardt ist bei einem Übernahmekandidaten eingestiegen. Christian Krahe setzt auf selbstfahrende LKW, Christian Reindl auf Satellitentechnik. Raik Hoffmann kauft einen Kursvervielfacher, bei dem über einen Deal mit Tesla spekuliert wird.20.07.2026, 05.30 Uhr6 LeseminutenProduktion der europäischen Raumsonde Plato bei OHB. Der Start ins All ist für 2027 geplant.NZZ – BildredaktionDies ist ein Artikel aus dem digitalen Finanzmagazin «The Market NZZ».Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Die von «The Market NZZ» vierteljährlich befragten Fondsmanager haben ihre Portfolios im zweiten Jahresviertel kräftig umgestellt. Jens Ehrhardt stieg mit seinem UBAM Dr. Ehrhardt German Equity bei der Commerzbank ein. «Europäische Banken sind nicht teuer, im historischen Vergleich», sagt der Gründer des Vermögensverwalters DJE Kapital.Commerzbank-CEO Bettina Orlopp habe viel unternommen, um Gewinn und Kurs zu steigern und die Übernahme durch UniCredit-CEO Andrea Orcel abzuwehren. «Das wird wohl leider nicht gelingen, Orcel könnte durchkommen», sagt der Fondsmanager. Die italienische Bank gab am 8. Juli bekannt, die Kontrolle über 47 Prozent der Commerzbank-Stimmrechte zu besitzen. «Bei der HypoVereinsbank hat Orcel 40 Prozent der Stellen gestrichen und ein gutes Geschäft gemacht, das ist die Blaupause», sagt Ehrhardt.Die grösste Position im Fonds ist nun die zur Deutschen Bank gehörende Fondsgesellschaft DWS, deren Anteil aufgrund der positiven Kursentwicklung wuchs. «Die Ertragslage der DWS ist gut und dürfte sich weiter positiv entwickeln», sagt Ehrhardt. Das MDAX-Mitglied sei stark im Geschäft mit ETF, und auch die aktiv geführten Fonds hätten vielfach eine gute Performance gezeigt.Die Deutsche Telekom, Ende März noch die Topposition im Fonds mit 9,4 Prozent, hat Ehrhardt auf 2,5 Prozent vermindert, da er die kolportierten Fusionspläne von CEO Timotheus Höttges mit der Tochter T-Mobile US kritisch sieht.Ebenfalls verkauft hat der Fondsmanager die Aktien des Baukonzerns Hochtief, die ihren Kurs seit seinem Einstieg ungefähr verdoppelt hatten: «Die Bewertung war schon etwas hoch, ausserdem schwindet in den USA die Begeisterung für den Bau von Rechenzentren für die künstliche Intelligenz.» Das Kurs-Gewinn-Verhältnis war Anfang Mai über 40 gestiegen; zuletzt lag es wieder knapp über 30, gemessen am für die kommenden zwölf Monate geschätzten Gewinn.Zugegriffen hat Ehrhardt auch beim Versorger RWE, der kürzlich seine Beteiligung am Übertragungsnetzbetreiber Amprion von 20 auf 55 Prozent erhöht hat und dafür 3,6 Milliarden Euro zahlt. «Die Übernahme von Amprion sollte für RWE wertsteigernd sein», urteilt er.Aufgestockt hat DJE Kapital bei Deutsche Post DHL, die neu in den Top 5 zu finden ist. «Der Gewinn von DHL wächst erfreulich», sagt Ehrhardt.Etwas aufgestockt auf 1,7 Prozent hat Ehrhardt auch bei Siemens Energy, dem Hersteller von Gasturbinen und Generatoren: «Siemens Energy sollte weiter gut verdienen an den gefragten Stromgeneratoren, auch die laut Presseberichten geplante Abspaltung der kleinsten Sparte könnte mittelfristig den Wert steigern.»InhaltsverzeichnisChristian Krahe: neu engagiert bei selbstfahrenden TrucksChristian Reindl: deutsche Raumfahrt statt SpaceXChristian Krahe: neu engagiert bei selbstfahrenden TrucksDie grösste Fondsposition im Deutsche-Aktien-Total-Return von Christian Krahe war bis kurz vor Ende Juni die Tech-Holding Rocket Internet mit ihrem Grossaktionär Oliver Samwer. Zum Monatsende schüttete das Unternehmen jedoch eine Dividende von 7.36 Euro pro Aktie aus, wodurch der Fondsanteil auf 6,4 Prozent geschrumpft und der Titel auf den zweiten Rang im Portfolio gerutscht ist. Rocket Internet hält über einen Fonds indirekt fast 6 Millionen Aktien von SpaceX und zudem Anteile am Prognosemarktplatz Kalshi. «Es ist gut möglich, dass der Nettoinventarwert von Rocket Internet nun mehr als 40 Euro pro Aktie beträgt», kalkuliert Krahe. Der Aktienkurs liegt bei 21 Euro.Auf Platz eins im Fonds aufgerückt ist der Wohnungsverwalter Vonovia. «Dass die deutsche Bundesregierung die Enteignung von Wohnungskonzernen per Gesetz verbieten will, hat die Aussichten für Anleger nochmals verbessert», sagt der Fondsmanager.Aufgestockt hat Krahe beim Versicherer Wüstenrot & Württembergische, wo er im Mai auf dem Aktionärstreffen die seit Jahren nur wenig gestiegene Dividende per Gegenantrag kritisiert hatte. «Wüstenrot könnte leicht eine doppelt so hohe Ausschüttung leisten, wir werden uns weiter aktiv dort engagieren», kündigt der Geschäftsführer des Vermögensverwalters GS&P an.Neu eingestiegen ist Krahe bei dem vom DAX-Konzern Continental abgespalteten Autozulieferer Aumovio: «Bei selbstfahrenden Trucks ist Aumovio mit seiner Technologie vorn dabei.» Das Unternehmen sei bei der Abspaltung finanziell sehr solide ausgestattet worden und habe das Potenzial, die Effizienz zu steigern.Verkauft hat der Investor dagegen den erst im März in den Börsenhandel gestarteten Rüstungswert Vincorion: «Der Kurs von Vincorion hat sich seit dem Börsengang enttäuschend entwickelt, auch wegen der Abkehr der Anleger von der Rüstungsbranche.»Christian Reindl: deutsche Raumfahrt statt SpaceXChristian Reindl hat das Gebrauchtwagenportal Auto1 zur grössten Position seines UniDeutschland XS ausgebaut. Der Kursrutsch aufgrund der Angst vor Konkurrenz durch KI-Anbieter hatte die Gelegenheit zum kräftigen Aufstocken geboten. Seit dem Zwischentief unter 15 Euro ist der Kurs auf zuletzt fast 25 Euro geklettert.Das MDAX-Unternehmen erwirbt Fahrzeuge über das Portal wirkaufendeinauto.de, bereitet sie auf und bietet Käufern auch die Finanzierung an. Für den Verkauf nutzt Auto1 das europaweite Händlernetzwerk, aber auch die eigene Plattform AutoHero.de. Der seit Herbst amtierende CFO Christian Wallentin bringe wertvolle Erfahrung aus der Finanzbranche mit. «Der Kapitalmarkttag am 17. Juni war ein Erfolg», sagt Reindl.Nochmals leicht aufgestockt hat der Union-Investment-Manager beim IT-Dienstleister Bechtle. «Das Chance-Risiko-Verhältnis dort ist derzeit mit am attraktivsten in Deutschland», sagt Reindl. Der Kursrückgang sei auch dem sehr zurückhaltenden Ausblick des auf Ende Jahr ausscheidenden CEO Thomas Olemotz geschuldet. Das Geschäft laufe 2026 gut. «Alles deutete darauf hin, dass die Kunden aus der öffentlichen Verwaltung ihre Rahmenverträge mit Bechtle jetzt nutzen und IT-Leistungen abrufen», sagt Reindl. Er erwartet im Laufe des Jahres eine Erhöhung der Jahresprognose.Reindl hat auch seine Position bei Redcare Pharmacy erhöht. Die Online-Apotheke habe beim elektronischen Rx-Rezept einen Internet-Marktanteil von zwei Dritteln. Sie schneidet damit im Vergleich zum Schweizer Rivalen DocMorris stärker ab als erwartet. Auf dem Kurs laste immer wieder die Angst, Grosskonzerne wie die Drogeriemarktkette Rossmann oder der Tech-Konzern Amazon könnten in das Geschäft einsteigen.Der im November gestartete CFO Hendrik Krampe wechselte von Amazon, wo er als Leiter des europäischen Marktplatzgeschäfts nach Angaben von Reindl gleich zweimal gegen einen Einstieg in den Onlinehandel mit Medikamenten entschied. «Selbst für Amazon ist die Logistik rund um Medikamente komplex», sagt Reindl. Zudem habe Krampe die Finanzkommunikation bereits spürbar verbessert und verlässlicher gestaltet.Aufgestockt hat Reindl beim Prothesenhersteller Ottobock. Der sei seinem skandinavischen Konkurrenten Embla bei allen Produktkategorien ein bis zwei Jahre voraus, sagt Reindl. Der Umsatz wachse, und dies besonders in Geschäften mit höherer Marge. Ottobock sei die bessere Investition in die günstige Medizintechnikbranche als etwa der Augenheilspezialist Carl Zeiss Meditec, der unter der Konsumschwäche und der Konkurrenz in China leidet.Neu eingestiegen ist Reindl beim Börsen-Comeback des Bremer Raumfahrtkonzerns OHB Ende Juni. Durch die stärkeren Bestrebungen der Europäischen Union für eine eigene Raumfahrtindustrie stehe nun mehr Kapital für Satellitensysteme und Raketen zur Verfügung, sagt der Fondsmanager, der auch die erfreuliche Entwicklung des Unternehmens lobt: «OHB hat sich vom Zulieferer zum Systemanbieter entwickelt.» Dem neuen Satelliten-Joint-Venture von Airbus, Leonardo und Thales sieht der Fondsmanager gelassen entgegen. Zusammenschlüsse brächten oft Unruhe, sagt Reindl und fügt hinzu: «Die Regierungen in Europa wollen nicht von einem einzigen Anbieter von Satelliten abhängig sein.»Ebenfalls neu im Fonds ist 2G Energy. Das Unternehmen stellt Blockheizkraftwerke für die dezentrale Energieversorgung her und verkauft auch die darin eingesetzten kleinen Gasmotoren, die seit kurzem auch bei der Stromversorgung von Rechenzentren eingesetzt werden. «Der erste Auftrag für Gasmotoren zum Einsatz bei einem Rechenzentrum ist eingegangen, und es werden weitere folgen», sagt Reindl.Verkauft hat der Union-Investment-Fondsmanager die Aktien von Lufthansa: «Wir haben den Kursanstieg, als der Ölpreis nach der zeitweiligen Beruhigung des Iran-Konflikts sank, für Gewinnmitnahmen genutzt.»Die grössten Kursanstiege gab es bei zwei weiteren kleinen Aktien aus den Fonds von Christian Gebert bei Ehrke & Lübberstedt sowie Raik Hoffmann von Frankfurt Performance Management, bei dessen Portfoliowert über den Einstieg von Elon Musks Unternehmen Tesla spekuliert wird. Den vollständigen Artikel lesen Sie bei «The Market NZZ».Erweitern Sie Ihr NZZ-Abonnement um «The Market NZZ»Als NZZ-Kunde erhalten Sie «The Market NZZ» für 29.60 Euro statt 37 Euro im Monat. Testen Sie jetzt das flexible Angebot. Monatlich kündbar.Zum rabattierten Angebot für NZZ-Abonnenten
Banken, Raumfahrt, Robotrucks: Diese deutschen Aktien kaufen Fondsmanager
Jens Ehrhardt ist bei einem Übernahmekandidaten eingestiegen. Christian Krahe setzt auf selbstfahrende LKW, Christian Reindl auf Satellitentechnik. Raik Hoffmann kauft einen Kursvervielfacher, bei dem über einen Deal mit Tesla spekuliert wird.







