Der russische Oppositionspolitiker und Kriegsgegner Boris Nadeschdin verzichtet nun doch auf eine Kandidatur bei den Parlamentswahlen im September. »Meine Möglichkeiten, in Russland auf legalem Wege Oppositionspolitik zu betreiben, sind ausgeschöpft«, schreibt der 63-jährige Politiker im Onlinedienst Telegram. Er sei »zum Schweigen gebracht« und »aus der Politik gedrängt« worden.
Die Wahl der Staatsduma, des russischen Parlaments, ist vom 18. bis 20. September angesetzt. Der Kreml hat kritische Medien und die Opposition bereits weitgehend ausgeschaltet. Offene Kritik ist in Russland nicht mehr möglich, viele Kriegsgegner und Kremlkritiker sind im Exil.Nadeschdin hatte zuletzt angekündigt, trotz des Verbots bei der Wahl im September als unabhängiger Kandidat in seinem Heimatwahlkreis Mytischtschi im Moskauer Umland antreten zu wollen. Dafür hatte er Unterschriften gesammelt. Er wurde aber vor einer Woche als »ausländischer Agent« eingestuft und dann am vergangenen Montag kurzzeitig inhaftiert. Am Freitag folgte dann die Verurteilung zu einer Geldstrafe. Nun schrieb Nadeschdin, die Einstufung als »ausländischer Agent« und die Verurteilung würden eine Wahl in das russische Parlament unmöglich machen.














