Fünf Tote bei russischem Raketenangriff auf türkisches SchiffNach Angaben der ukrainischen Marine kamen bei einem russischen Raketenangriff auf ein türkisches Schiff in der Nähe von Odessa im Schwarzen Meer fünf Menschen ums Leben. Das Schiff mit dem Namen „Golden Leo“ fuhr unter der Flagge von Guinea-Bissau und hatte zum Zeitpunkt des Angriffs ukrainisches Getreide an Bord. Fünf Besatzungsmitglieder gelten noch als vermisst, weitere acht wurden in ein Krankenhaus in Odessa gebracht. Die ukrainische Marine und Seenotrettungseinheiten beteiligten sich an den Rettungsmaßnahmen.Ian LieschDie Ukraine trifft Russland inzwischen immer mehr im Hinterland und Abseits der Front. Nun haben ukrainische Drohnen im Süden Russlands ein Lager des russischen Onlinemarktplatzes „Wildberries“ angegriffen. F.A.Z.-Korrespondent Friedrich Schmidt berichtet über den Angriff. Mathias PeerMindestens ein Toter bei neuen Angriffen auf KiewDie ukrainische Hauptstadt Kiew ist vom russischen Militär massiv mit ballistischen Raketen angegriffen worden. Der Militärverwaltung zufolge wurde dabei in der Nacht zu Sonntag ein Mensch getötet. Dutzende Explosionen teils von Flugabwehrraketen waren in der Nacht im Zentrum der Dreimillionenstadt zu hören. Eine Detonation war so stark, dass sie die Alarmanlagen geparkter Autos im Stadtzentrum aktivierte, wie ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichtete.Bürgermeister Vitali Klitschko informierte über Einschläge und Schäden in mindestens vier Stadtteilen. Er berichtete von brennenden Fahrzeugen und Rauch. Laut der Militärverwaltung von Kiew wurde ein Wohngebäude im Bezirk Schewtschenkiwskyj getroffen. Zudem sei ein Einkaufszentrum mit Freizeiteinrichtungen im Bezirk Dniprowskyj getroffen worden. Angaben der ukrainischen Luftwaffe zufolge wurden mehr als zwei Dutzend ballistische Raketen auf Ziele in und nahe der Hauptstadt abgefeuert.Ian LieschTote und Verletzte nach Raketenangriffen auf OdessaInfolge von russischen Raketenangriffen sind in der südukrainischen Hafenstadt Odessa mindestens zwei Menschen getötet worden. Weitere vier seien verletzt worden, teilte der Militärgouverneur der Region Odessa, Oleh Kiper, bei Telegram mit. Eine Rakete sei in einem Vergnügungspark eingeschlagen. Unter den Trümmern von Fischerhäusern könnten noch weitere Opfer sein. Sechs Autos seien beschädigt worden.Einen weiteren Verletzten gab es demnach in einem anderen nicht genannten Ort des Gebiets. Dabei seien auch ein Wohnhaus und zwei Autos beschädigt worden. In einer Mitteilung sprach das Verteidigungsministerium in Moskau von erneuten Schlägen auf „Häfen der Ukraine“. Dabei seien in den Häfen Piwdennyj und Odessa mindestens drei Frachtschiffe mit Drohnen angegriffen worden. Den Angaben zufolge transportierten sie Güter für die ukrainischen Streitkräfte. In Piwdenny seien zudem Tanks mit Treibstoff Ziel von Attacken mit „Präzisionswaffen“ gewesen. Ian LieschSelenskyj verspricht Demonstranten Entscheidungen zur ArmeeVor dem Hintergrund von anhaltenden Protesten gegen die Entlassung von Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj Gespräche mit Militärs geführt. „Natürlich höre ich, was die Leute sagen“, versicherte der Staatschef in einer Videoansprache. Dabei habe er auch „lange“ mit Fedorow und ebenso mit Armeechef Olexander Syrskyj gesprochen. „Entscheidungen bezüglich der Armee werden ausgearbeitet“, versprach Selenskyj, ohne Details zu nennen.Parallel dazu demonstrierten in der ukrainischen Hauptstadt Kiew und anderen Städten den dritten Tag in Folge wieder mehrere Tausend vor allem junge Menschen gegen Fedorows Entlassung. Die Demonstranten forderten seine Wiedereinsetzung. Die Hauptforderung war dabei aber inzwischen eine Ablösung von Armeechef Syrskyj. Ein Konflikt zwischen Syrskyj und Fedorow gilt als Hintergrund für den von Selenskyj vorgenommenen Wechsel an der Spitze des Verteidigungsministeriums.Fedorows Posten hat am Freitag geschäftsführend der Geheimdienstler Jewhenij Chmara übernommen. Selenskyj muss Chmaras Kandidatur jedoch noch im Parlament einreichen und ihn von den Abgeordneten bestätigen lassen.Ian LieschZwei Tote nach russischen Bombenangriffen auf KramatorskBei russischen Bombenangriffen auf die ostukrainische Stadt Kramatorsk sind mindestens zwei Menschen getötet worden. Ein weiterer sei verletzt worden, teilte der Militärgouverneur des Gebietes Donezk, Wadym Filaschkin, bei Telegram mit. Die russische Luftwaffe habe drei Gleitbomben abgeworfen. Filaschkin forderte die verbliebenen Einwohner ein weiteres Mal zur Flucht aus den frontnahen Gebieten auf. Kramatorsk ist nur etwas mehr als zwölf Kilometer von der Frontlinie entfernt.Ukraine attackiert russische LogistikzentrenDie Ukraine hat nach eigenen Angaben zwei wichtige Logistikzentren in den russischen Regionen Moskau und Tambow sowie eine Ölanlage angegriffen. Die Logistikzentren seien für die Lieferung sanktionierter Bauteile für die Drohnenproduktion und Navigationsgeräte genutzt worden, teilt der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj über den Kurznachrichtendienst Telegram mit. Zudem hätten ukrainische Angriffe Ziele im Asowschen und im Schwarzen Meer getroffen. Russischen Angaben zufolge wurde bei den Drohnenangriffen ein Lagerhaus des größten russischen Online-Händlers Wildberries in der Stadt Kotowsk in der südlichen Region Tambow getroffen, wobei sieben Mitarbeiter der Nachtschicht getötet worden seien. Robert DikomeitDemos in der Ukraine für entlassenen Minister gehen weiterIn Kiew und anderen Städten der Ukraine gibt es den dritten Tag in Folge Proteste gegen die Personalpolitik von Präsident Wolodymyr Selenskyj. Die Demonstranten fordern vor allem die Wiedereinsetzung des entlassenen Verteidigungsministers Mychajlo Fedorow, wie die staatliche Nachrichtenagentur Ukrinform meldete. Viele verlangten auch eine Entlassung des Oberkommandierenden der Armee, Olexander Syrskyj. Gemeinsames Zeichen der Proteste waren die Losungen auf braunen Papptafeln.Selenskyj hat bei einer größeren Regierungsumbildung den erst seit einem halben Jahr amtierenden Fedorow aus dem Kabinett entfernt. Der 35 Jahre alte Minister gilt als Reformer, der das Beschaffungswesen für die Armee verändert hat und der stark auf Technisierung und Digitalisierung der ukrainischen Verteidigung setzt. Allerdings lag Fedorow, wie er selbst eingesteht, in einem Dauerstreit mit General Syrskyj. Selenskyj entschied sich in diesem Konflikt dafür, an dem Oberkommandierenden festzuhalten.Besatzungsbehörden: Tote auf der Krim nach ukrainischem DrohnenangriffAuf der von Russland 2014 annektierten ukrainischen Schwarzmeerhalbinsel Krim sind nach russischen Angaben mindestens zwei Menschen bei einem ukrainischen Drohnenangriff getötet worden. Ein weiterer sei verletzt worden, teilte der von Moskau eingesetzte regionale Verwaltungschef, Sergej Aksjonow, auf Telegram mit. Der Angriff fand demnach im Nordteil der Krim statt. Die Angaben sind nicht unabhängig überprüfbar.Berlin: Keine Veränderung bei Unterstützung der Ukraine mit neuem VerteidigungsministerDie Ernennung von Jewhenij Chmara zum ukrainischen Interims-Verteidigungsminister wird nach Darstellung des deutschen Verteidigungsministeriums keine grundsätzlichen Auswirkungen auf die Zusammenarbeit Berlins mit Kiew haben. Die Unterstützung der Ukraine werde nach dem Rücktritt von Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow „ganz genauso weitergehen“ wie bisher, sagte eine Sprecherin des Ministeriums am Freitag in Berlin. Die Zusammenarbeit werde „intensiv“ sein, „wie sie bisher auch gelaufen ist“. Die Zusammenarbeit beider Seiten „ist eng, und auch das Verhältnis war gut“, sagte die Sprecherin weiter. Das gehe auch aus Äußerungen von Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) hervor. „Selbstverständlich tauschen wir uns auch weiterhin aus auf allen Ebenen“, fügte die Sprecherin hinzu.Bisheriger Innenminister Klymenko soll neuer Chef des Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrates werdenDer ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat den bisherigen Innenminister Ihor Klymenko als neuen Chef des Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrates vorgeschlagen. Der 53 Jahre alte Politiker würde dort Rustem Umjerow ablösen, der bisher auch die ukrainische Delegation bei den sogenannten Friedensgesprächen mit den USA angeführt hatte. Die Gespräche sind jedoch derzeit ausgesetzt. Auch über Umjerows berufliche Zukunft machte Selenskyj keine Angaben. Klymenkos Ernennung ist Teil einer umfassenden Regierungsumbildung, die Selenskyj vor einer Woche angekündigt hatte. Am Donnerstag hatte das Parlament Serhij Koretzkyj als neuen Regierungschef gewählt und dessen Kabinett bestätigt, dem alle bisherigen Minister angehören mit Ausnahme des Verteidigungs- und Außenministers. Für diese beiden Ministerämter hat der Präsident das Vorschlagsrecht. Nach den öffentlichen Protesten gegen die Absetzung des bisherigen Verteidigungsministers Mychajlo Fedorow hatte Selenskyj am Donnerstag keinen Vorschlag mehr eingebracht. Er erklärte jedoch, den Chef des Inlandsgeheimdienstes SBU, Jewhenij Chmara, als Nachfolger Fedorows vorschlagen zu wollen. Außenminister Andrij Sybiha wird nach Lage der Dinge sein Amt behalten. Da das Parlament regulär erst wieder am 18. August tagt, bleiben zwei wichtige Ämter des Landes einen Monat lang nur kommissarisch besetzt. Nachfolger für Chmara an der Spitze des SBU soll dessen ranghöchster Stellvertreter Olexandr Poklad werden. Poklad hat in der ukrainischen Öffentlichkeit jedoch einen zweifelhaften Ruf. Antikorruptionskämpfer beschuldigen den Mann, im vergangenen Sommer den Angriff auf die Unabhängigkeit der Ermittler des Nationalen Antikorruptionsbüros geführt zu haben. Nach Chmaras Wechsel ins Verteidigungsministerium führt er den SBU ebenfalls kommissarisch. Mehr ladenTickarooLive Blog Software
Ukraine-Liveticker: Berichte über fünf Tote bei russischem Raketenangriff auf türkisches Schiff | FAZ
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