Stand: 19.07.2026 • 16:13 Uhr
Viele Venezolaner werden ihre Verwandten und Freunde wohl nie aus den Erdbeben-Trümmern bergen können. Umso größer ist die Wut auf die Regierung. Angesichts der Katastrophe trauen sich nun viele, die Regierung offen zu kritisieren.
Von Anne Demmer, ARD Mexiko-Stadt, zurzeit Catia La Mar
"Sie sollen alle ins Gefängnis. Ihr habt Müll gebaut!", erregt sich Damely Díaz. Sie steht vor den Trümmern ihres Wohnblocks in Catia La Mar und ist außer sich. Sie konfrontiert Nicolás Maduro Guerra, Abgeordneter der Regierungspartei und Sohn des im Januar 2026 gestürzten und seither in den USA inhaftierten Ex-Präsidenten Nicolás Maduro. Er wurde bereits 2019 von den USA sanktioniert, weil er sich unter seinem Vater bereichert haben soll.
Díaz hat beim Erdbeben ihre Tochter verloren. Vor laufender Kamera macht sie die Regierung für den Einsturz des Gebäudes verantwortlich. Die Szene, aufgenommen vom norwegischen Sender TV2, ist ungewöhnlich für Venezuela: Ein Regierungsvertreter wird öffentlich zur Rede gestellt - und widerspricht nicht.







