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Immobilien: Gender Gap beim Immobilienkauf – wie Frauen Investorinnen werden Frauen kaufen deutlich seltener allein eine Immobilie als Männer. Woran das liegt und mit welcher Strategie der Einstieg in die Kapitalanlage selbst mit einem kleinen Budget gelingt.
Wohnungsbesichtigung: Expertinnen empfehlen, mit einer günstigen Immobilie als Anlageobjekt zu beginnen. Foto: IMAGO/Westend61Köln. Nicht nur beim Gehalt und der Care-Arbeit gibt es große Unterschiede zwischen Frauen und Männern. Auch beim Thema Eigentum klafft ein Gender Gap: Nur 29 Prozent der Frauen kaufen allein eine Immobilie, bei den Männern sind es 41 Prozent. Das ergab kürzlich eine Umfrage des Baufinanzierungsvermittlers Dr. Klein.Grund sind nicht nur finanzielle Ungleichheiten, sondern auch gesellschaftliche Hürden. Beides lasse sich aber überwinden, erklären Immobilien-Expertinnen.Warum Frauen seltener eine Immobilie kaufenEin Hauptgrund dafür, dass Frauen seltener Immobilien kaufen, sind niedrigere finanzielle Mittel. Frauen kümmern sich häufiger um pflegebedürftige Angehörige, nehmen dafür längere Elternzeit oder arbeiten in einem Teilzeitmodell. Dadurch hätten sie weniger Eigenkapital zur Verfügung als gleichaltrige Männer, schreibt Dr. Klein.Eine weitere Ursache liegt offenbar im Finanz-Vorwissen oder dem finanziellen Selbstvertrauen: 42 Prozent der befragten Frauen gaben an, nicht genug über den Kauf von Immobilien zu wissen. Unter den befragten Männern sagten das nur 32 Prozent. Außerdem empfanden mehr Frauen (41 Prozent) als Männer (28 Prozent) die Finanzierung einer Immobilie mit Zinsen und Tilgung als besonders knifflig.Laut Anaïs Cosneau sind Frauen oft vorsichtiger als Männer. Die Investorin berät mit ihrem Unternehmen Happy Immo Club Frauen beim Immobilienkauf. Wenn sich eine Immobilie nicht sofort rechnet oder nicht eindeutig solide erscheint, warte eine typische Käuferin ab oder lasse sich ein weiteres Mal beraten, sagt sie. „Das ist grundsätzlich gut, aber der Markt belohnt Entscheidungsfreude. Oft ist die Wohnung dann einfach weg.“Immobilienkauf 400 Kreise im Check – Wo Eigentum bis 2035 wertvoller wird Männer gehen ihrer Erfahrung nach deutlich forscher vor. Sie habe schon von Männern gehört, die mit einem Einkommen von 2000 Euro netto zum Bankberater gehen und eine Finanzierung für eine 200.000 Euro-Wohnung verlangen, der sie bereits zugesagt haben. Im Kontrast dazu ist ihr eine Frau in Erinnerung geblieben, die zweifelte, ob sie sich mit einem Nettogehalt von 8000 Euro im Monat überhaupt eine Wohnung leisten könne.Baufinanzierung für Frauen: Diese Voraussetzungen zählenDass sich wesentlich mehr Frauen eine Immobilie leisten könnten, davon sind Expertinnen überzeugt. Baufinanzierungsexpertin Olga Magunia von Dr. Klein empfiehlt Interessentinnen, für den Kauf einer Immobilie 30 bis 40 Prozent ihres Nettoeinkommens für die Monatsrate einzuplanen. Bei 2.500 Euro Nettogehalt wären das 750 Euro. Damit könne die Käuferin je nach Zins und Laufzeit eine Immobilie im Wert von rund 180.000 Euro finanzieren. Das ist dann keine Wohnung, die groß genug für die eigene Familie ist, sondern eine Ein- oder Zwei-Zimmer-Wohnung zur Vermietung.Auch für Frauen, die in Teilzeit arbeiten und alleinerziehend sind, ist Magunia zufolge eine Baufinanzierung für eine Kapitalanlage keineswegs unmöglich. Entscheidend sei in solchen Fällen, dass die Frauen Rücklagen haben und mindestens die Kaufnebenkosten selbst tragen können. Kaufnebenkosten liegen zwischen acht und 15 Prozent, je nach Region. Mit einem durchschnittlichen Gehalt wäre dann zwar keine Wohnung in Toplage möglich, aber eine kleinere und günstigere im Umland.Immobilie als Investment: Wie der Einstieg mit wenig Kapital gelingtImmobilien-Expertin Cosneau plädiert für den Anfang für eine kleine Wohnung, auch wenn mehr finanziell möglich wäre. „Ich rate immer dazu, klein zu starten.“ So könnten Käuferinnen einmal den gesamten Prozess durchmachen, ohne sich direkt hoch zu verschulden. Sobald wieder Eigenkapital vorhanden ist, investieren sie in die nächste Wohnung.Frau am Laptop: Bei der Suche nach einem passenden Anlageobjekt sind Frauen vorsichtiger. Foto: picture alliance / dpa-tmn | Zacharie ScheurerAußerdem empfiehlt sie Frauen, Einwände sachlich zu hinterfragen, die oft aus einem immobilienfernen Umfeld kommen. Eine häufig vorgebrachte Sorge sei beispielsweise das Thema Mietnomaden. Das Risiko, als Vermieter deshalb auf hohen Kosten und Schäden sitzen zu bleiben, sei in Wirklichkeit aber relativ gering, wenn man in die Statistik schaue, sagt die Expertin.Auch die Angst vor zu hohen Zinsen für Immobilienkredite findet sie unbegründet. „Ich würde empfehlen, einfach nachzuschauen, wie die Zinsen vor 5, 10, 20 und 30 Jahren lagen. Man wird schnell feststellen, dass das aktuelle Niveau keineswegs hoch ist. Die Chance, dass die Zinsen wieder auf 1 Prozent fallen, halte ich für sehr gering“, sagt Cosneau.Trotzdem solle, wer mit Immobilien zur Kapitalanlage liebäugele, sich der Risiken bewusst sein, schreibt Dr. Klein. Eine Immobilie bündelt Vermögen stark an einer Stelle und ist wenig flexibel. Daher ist ein Immobilieninvestment nur ratsam, wenn man genug Geld hat, um sein Vermögen zusätzlich in andere Assetklassen zu streuen.Bankberater und Finanzierung: So kontern Frauen die SkepsisTrotzdem ist der erfolgreiche Einstieg ins Immobiliengeschäft abhängig vom passenden Finanzierungsangebot – ein Vergleich zwischen Banken und Zinsangeboten kann viel Geld sparen. Dabei können Berater unterstützen, die auf möglichst viele Banken zugreifen können. „Es kann passieren, dass eine Bank vor Ort ablehnt, eine andere aber gern mitmacht, weil jede Bank anders rechnet“, sagt Baufinanzierungsexpertin Magunia.Trendviertel Preise, Rendite, Perspektive – Wo sich der Hauskauf jetzt wieder lohnt Doch selbst wenn Frauen sich längst zum Kauf entschieden haben, sind es dann oft entmutigende Gespräche mit Bankberatern, die es ihnen wieder vermiesen. „Das fängt bei der Ansprache an“, sagt Cosneau. „2007 bin ich zu einem großen Finanzierungsvermittler gegangen, um mich beraten zu lassen, und der Berater sagte: Junge Frau, kommen Sie mit Ihrem Mann wieder.“ Sie beobachte seitdem aber, dass viele Banken versuchten, sich zu ändern.Die männlich dominierte Finanz- und Bankenbranche erschwere nach wie vor Frauen den Einstieg, bestätigt auch Finanzberaterin Jennifer Brockerhoff aus Düsseldorf. „Ein Teil der Branche agiert noch nach alten Mustern: Das Bild eines Immobilienkäufers ist männlich geprägt, mit einem bestimmten Aussehen, Finanzen und Umfeld“, sagt sie. „Wenn eine Frau nicht in dieses Bild passt, entsteht unbewusst Skepsis. Das ist keine böse Absicht, aber es ist eben nicht neutral.“ Verwandte Themen BaufinanzierungBevor sie zur Finanzierungsberatung gehen, sollten sich potenzielle Käuferinnen also bereits intensiv mit dem Thema auseinandersetzen, empfiehlt Brockerhoff. Vorwissen helfe nicht nur dabei, komplexe Baufinanzierungsbedingungen zu verstehen, sondern auch, selbstbewusst gegenüber den Beratern aufzutreten. Veröffentlicht nach den redaktionellen Standards des Handelsblatts. Mehr Informationen finden Sie in unseren Richtlinien. Mehr zum Thema Unsere Partner Anzeige remind.me Jetziges Strom-/Gaspreistief nutzen, bevor die Preise wieder steigen Anzeige ImmoScout Jetzt kostenlos den Wert deiner Immobilie ermitteln Anzeige FREITAG® Immobilien FREITAG® Immobilien – Ihr Makler und Gutachter für München & Starnberg Anzeige Presseportal Direkt hier lesen! Anzeige STELLENMARKT Mit unserem Karriere-Portal den Traumjob finden Anzeige Expertentesten.de Produktvergleich - schnell zum besten Produkt






