Der Streit um Danger Dans neuen Song „Keine Angst“ hat sich innerhalb weniger Tage zu einer Grundsatzdebatte über Kunstfreiheit, Programmverantwortung und den Umgang mit politischem Extremismus entwickelt. Auslöser war die kurzfristige Ausladung des Musikers und des Pianisten Igor Levit aus der ZDF-Satiresendung „Die Anstalt“. Während beide Künstler von einem „autoritären Akt“ und einem Eingriff in die Meinungs- und Kunstfreiheit sprechen, verweist das ZDF auf seine Programmrichtlinien. Die Redaktion der „Anstalt“ stellte sich wiederum öffentlich gegen den eigenen Sender und erklärte, sie teile dessen Einschätzung ausdrücklich nicht.

Mit einer Sonderausgabe des Kulturmagazins „Aspekte“ hat das ZDF nun versucht, die eigene Entscheidung in mehreren Kapiteln zu erklären. Bemerkenswert ist dabei weniger das Ergebnis als die Art der Argumentation. Die Sendung verteidigt die Entscheidung des Senders nicht vorbehaltlos, sondern arbeitet sich in fünf Kapiteln Schritt für Schritt an der Frage ab, ob das ZDF richtig gehandelt hat.

Kapitel 1: Der Song

Bereits zu Beginn des 15-Minütigen Beitrags macht Moderator Jo Schück deutlich, dass der Streit nicht verstanden werden könne, ohne sich mit dem Inhalt des Songs auseinanderzusetzen. „Keine Angst“ sei nicht einfach ein Protestlied gegen Rechtsextremismus. Vielmehr entwickle sich der siebenminütige Titel, so Schück, zu einer „Art Anleitung zum antifaschistischen Kampf“.