Zeitgenössische Kunst hat einen festen Platz im Naumburger Dom. Im Weltkulturerbe waren schon mehrfach Künstler aufgefordert, sich mit einem Beitrag an der Ausgestaltung zu beteiligen, darunter Neo Rauch und zuletzt Michael Triegel mit dem viel diskutierten Altar.

Das mittelalterliche Bauwerk hat im Verlauf der Jahrhunderte wertvolle Teile verloren. Bereits seit dem 16. Jahrhundert fehlen das große Nord- und Südfenster im Ostchor. Die einfache Verglasung wirkte neben den Buntglasfenstern störend und wurde deshalb abgehängt. Ein unbefriedigender Zustand, eine Disharmonie, der die Vereinigten Domstifter abhelfen wollten. Eine Jury wählte den renommierten Künstler Markus Lüpertz aus, der mit seiner kraftvollen, großformatigen Malerei bereits Kirchenfenster in der St.-Ulrich-Kirche in Regensburg, in der Dominikanerkirche St. Andreas in Köln und in der Elisabethenkapelle in Bamberg geschaffen hat.

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„Ich habe eine sehr dezidierte Vorstellung von der Glasmalerei. Die jeweiligen Kirchen, in denen und für die ich gearbeitet habe, halfen, diese Vorstellungen zu realisieren. Denn jede Kirche besitzt ihre eigene Zeit und Geschichte. Es sind individuelle Räume, die eine ebenso individuelle Herangehensweise einfordern – nicht im traditionellen Sinne, sondern nach Möglichkeit in Vergleich und Beziehung zu den vorhandenen Kunstwerken und der Architektur“, erklärt Lüpertz gegenüber der OAZ.