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BörsenWoche 568: Analyse: Geht da noch was bei SAP? Für Software-Aktien ging es monatelang nur bergab. Inmitten dieser Panik feilt ein deutscher Konzern an seiner Comeback-Strategie.
Hat trotz starker Kursverluste keine Angst, dass KI sein Unternehmen ersetzt: SAP-Chef Christian Klein. Foto: ReutersChristian Klein hat derzeit wirklich keine leichte Aufgabe. Egal, ob in Interviews, Pressekonferenzen oder auf der Bühne: Die ganze Welt will vom SAP-Chef eigentlich nur eines wissen: Zerstört Künstliche Intelligenz (KI) das Geschäftsmodell des einst wertvollsten Unternehmens Europas?Für Klein selbst scheint die Antwort mittlerweile klar zu sein. „Ich habe keine Angst“, erklärte er im Mai auf der SAP-eigenen Technologiekonferenz Sapphire in Florida. Es sind eindrückliche Worte, die er da wählt. Denn während er sich in seinem Vortrag bewusst euphorisch über die Chancen durch KI äußert, blickt ein Großteil der Anleger zurzeit völlig anders auf die Zukunft von Softwaretiteln wie SAP.Sie sorgen sich vor allem davor, dass neue Unternehmen mittels KI das Geschäftsmodell der Konzerne teilweise oder gar komplett ersetzen und so die alten Platzhirsche von ihrem Thron stoßen. „KI frisst Software“, heißt es seit Jahresbeginn, und deshalb brachen die Kurse der einstigen Börsenstars massiv ein. Neben Adobe, ServiceNow oder Salesforce steckt auch SAP im Zentrum dieser Abverkäufe. Die Aktie der Walldorfer ist seit Jahresbeginn um rund ein Drittel gefallen. Seit dem Allzeithoch von fast 284 Euro im Februar 2025 beträgt das Minus mittlerweile sogar mehr als 50 Prozent.Wie unsicher sich Anleger aktuell verhalten, zeigt auch der jüngste Kurssturz von IBM. Konzernchef Arvind Krishna gab am Dienstag eine Gewinnwarnung für das zurückliegende Quartal bekannt. Schuld daran sei das veränderte Investitionsverhalten der Kunden, die statt IBM-Rechner und Software lieber KI-Rechenzentren sowie Speicherchips kaufen. Die IBM-Aktie rauschte in der Folge um 25 Prozent nach unten.Wachstumstitel im AngebotFür einige Anleger dürften die Verluste der Software-Aktien aber etwas Positives haben: Die einst so teuren Papiere gibt es jetzt vergleichsweise günstig zu kaufen. Das zeigt der Expanded Tech-Software Sector ETF der Blackrock-Tochter iShares. Im Frühjahr 2025 lag das durchschnittliche Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) der enthaltenen Unternehmen noch bei knapp 47, das Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) bei fast neun. Heute ist der Indexfonds mit einem KGV von 35 sowie einem KBV von 6,7 deutlich niedriger bewertet.Billig ist das auf den ersten Blick noch nicht. Doch wer die Augen nach besonders günstigen Kandidaten aufhält, der findet sie mittlerweile auch in der Softwarebranche. Ein solches Unternehmen ist SAP. Während die Börsenwelt noch über den Abstieg von der europäischen Spitze staunt, macht der Konzern einfach weiter das, was er am besten kann: erfolgreich wirtschaften.Fundamental lässt sich der Kursverfall der Walldorfer nämlich nicht nachvollziehen. Das Geschäft brummt, im ersten Quartal nahm das Unternehmen währungsbereinigt zwölf Prozent mehr ein als im Vorjahresquartal, der operative Gewinn (EBIT) stieg sogar um 24 Prozent. Im Ergebnis liegt die Profitabilität, gemessen an der EBIT-Marge, mittlerweile bei über 30 Prozent.








