Im Norden des Landes läuft mancher mit dem Pulli herum und versteht die Aufregung über die Hitze nicht. In der Mitte und im Süden des Landes schwitzen Mensch und Tier und Garten. So geht das seit Wochen. Diese nun werden aber recht flächendeckend Temperaturen um 30 Grad erwartet, da gilt, was die französische Verwandtschaft im Deutschunterricht lernt: trinken, trank, getrunken.Pflanzen können sich nicht selbst helfen, sie müssen mit ausreichend Wasser versorgt werden. Bewässerung hilft, die durch die hohe Verdunstung entstehenden Wasserverluste auszugleichen und zugleich Pflanzen sowie Boden zu kühlen. An heißen Tagen geht den Blümchen ihr Wasser besonders schnell verloren. Der Boden trocknet ebenfalls aus, sodass die Wurzeln kaum noch Feuchtigkeit finden. Sich zusammenziehende Blätter sind ein Warnzeichen. Dass der Rasen sich gelb und braun ärgert, ein anderes, aber der gemeine Grashalm kommt meist wieder, die Tanne oder der Strauch sind wahrscheinlich dahin. Die Gartenfreunde von Gardena empfehlen wie für den Menschen auch einen Platz im Schatten, sofern sich Kübel umstellen oder hinter einem Sonnensegel schützen lassen. Im Extremfall wird des Abends der Topf in ein mit Wasser gefülltes Gefäß gestellt, bis keine Luftbläschen mehr aufsteigen.Tröpfchen für Tröpfchen: Klingt gut, nässt aber nicht immer problemlos.HerstellerVorbeugen ist schlauer. Gegossen werden sollte in den kühlen Morgenstunden, weniger Verdunstung, mehr Wasser an die Wurzel. Für den Garten reicht Gardena eine Gärtnerweisheit: einmal hacken spart dreimal gießen. Durch die Lockerungsübung entstehe eine luftigere Bodenstruktur, die Wasser besser aufnehme und länger speichere. Zudem reduziere das Hacken die Verdunstung über dem Boden. Wer mit der Hacke durch die Sträucher auf Knien krabbelt, zieht besser etwas Langärmeliges an, sonst zeugen Kratzspuren an den Armen vom Einsatz in der Hecke. Womöglich zieht die Krabbeltortour eine Unterer-Rücken-Gymnastikeinheit mit Gabi Fastner am Fernseher nach sich, wer grün sein will, muss halt leiden. Eine dünne Mulchschicht aus Rasenschnitt auf Beeten und in Gefäßen hält die Feuchtigkeit länger im Boden. Gartenpflanzen können mit einem Wall aus Erdreich umrandet werden, so läuft das Wasser zur Wurzel statt zum Nachbarn. Ein gesunder Boden stützt den Wasserkreislauf. Er speichert Feuchtigkeit und gibt sie langsam an die Wurzeln ab.Tropfbewässerung? An sich schlau. An sich.Gardena macht, natürlich auch, weil sie die Gerätschaften verkaufen, Werbung für Tropfbewässerung mit Zeitsteuerung. Wir haben solche Röhrchen mal in nur wenigen Stunden Fummelarbeit quer durch die Pflanzenwelt geschlängelt, mussten dann immer wieder nachjustieren und Verstopfungen lösen. Schließlich haben wird das ganze Zeugs wieder abgebaut. Nun wird die Tanne geduscht, an der Wurzel gegossen, der Strauch besprüht und der Rasen mit einem auf soliden Füßen ruhenden Sprenger gesprengt. Letzteres selten, der Wasserverbrauch wäre arg hoch, wir nehmen strapaziertes Gras in Kauf. Nicht jeder kann oder mag Regenwasser in Tonnen oder Zisternen sammeln.Ganz grundsätzlich empfiehlt der Gärtner, der nicht zum Pflanzenmörder werden will: lieber einmal alle paar Tage durchdringend und kräftig gießen als täglich nur ein wenig. Knausrigkeit verwöhnt die Pflanzen und führt dazu, dass sie ihr Wurzelwerk nur an der Oberfläche ausbreiten, statt in die Tiefe zu gehen. Unsere grünen Begleiter können darauf trainiert werden, mit weniger Feuchtigkeit auszukommen. Darauf ein Glas Wasser für alle.