Die SpaceX-Aktien sind unter den Emissionspreis gesunken. Sie könnten noch viel tiefer fallenDie KI-Skepsis ist zurück. Das merken auch die SpaceX-Aktionäre. Die wahre Gefahr droht aber bei KI-Profiteuren aus der zweiten Reihe.19.07.2026, 05.30 Uhr2 LeseminutenEine Falcon-9-Rakete von SpaceX bringt ihre Fracht in den Orbit.ImagoDas Unvermeidbare ist passiert: Der Kurs der SpaceX-Aktien schloss am Freitagabend bei 124 Dollar und somit deutlich unter dem Emissionspreis von 135 Dollar beim Börsengang.Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Auch sonst war es eine aufschlussreiche Börsenwoche. Apple ist wieder gleich viel wert wie Nvidia, die punkto Börsenkapitalisierung lange vorne lag. Das hat Symbolkraft, denn Apple ist in Sachen KI bekanntlich weit abgeschlagen, während Nvidia der mit Abstand grösste Profiteur des KI-Booms ist.Auch andere Chip-Hersteller sind jüngst unter Druck gekommen. Ihre Aktien befinden sich nun offiziell in einem Bärenmarkt. Von einem solchen spricht man, wenn der Kurseinbruch 20 Prozent überschreitet.Einer der Gründe für das Wiederaufflammen der KI-Skepsis ist: In China tauchte ein KI-Modell auf, das nicht nur Open Source ist, also gratis verwendet werden kann. Kimi K3 vom Jungunternehmen Moonshot soll auch gleich leistungsfähig sein wie die stärksten Modelle von Anthropic und Open AI.Das sind jene beiden Firmen, die nicht nur an die Börse wollen, sondern sich dort auch noch eine Billionen-Bewertung erhoffen. Da macht es sich halt nicht so gut, wenn chinesische Konkurrenten das gleiche Produkt gratis anbieten.Es kann gut sein, dass die Investoren Kimi K3 schon bald wieder vergessen. Vielleicht gelingt es Trump ja, zu verhindern, dass aus seinem Iran-Abenteuer ein Forever-Krieg wird. Vielleicht lassen die Unternehmensgewinne vom zweiten Quartal die Herzen der Investoren in den kommenden Wochen höherschlagen.Ich bleibe vorsichtig. All die Börsengänge, Kapitalerhöhungen und Milliarden-Emissionen von Anleihen, die wir gerade sehen, sind für mich ein Menetekel.Alle redeten vom SpaceX-Börsengang, bei dem die Firma den Rekordbetrag von 86 Milliarden Dollar aufnahm. Dass Google, die früher systematisch eigene Aktien zurückgekauft hatte, kurz davor noch eine Kapitalerhöhung von 80 Milliarden durchführte, haben die meisten gar nicht mitbekommen. Dass SpaceX gleich nach dem Börsengang noch zusätzliche 25 Milliarden Dollar über Anleihen beschaffte, ebenfalls nicht.Ich finde es schwierig, mit dieser Situation umzugehen. Einfach jene Unternehmen zu meiden, die wie SpaceX auf Teufel komm raus Geld heraushauen, aber diese Investitionen wahrscheinlich nie amortisieren können, ist noch der einfachste Teil.Aber es gibt auch eine Reihe von Unternehmen, die trotz massiv gestiegenen Börsenkursen eine optisch tiefe Bewertung aufweisen. Dies, weil sie beim KI-Infrastrukturbau viel Geld verdienen: Die Aktienpreise von Samsung oder SK Hynix sind zwar explodiert. Doch gemessen an ihren Gewinnen wirken diese Aktien «billig». Eine der grössten Gefahren an der Börse ist bekanntlich, zyklische Aktien auf ihrem Höhepunkt für günstige Value-Aktien zu halten.Sollte der Datencenter-Boom eines Tages zu einem abrupten Stopp kommen, würde dies nicht nur Chiphersteller hart treffen, sondern auch die zahlreichen KI-Profiteure aus der zweiten Reihe wie etwa ABB oder Schneider Electric. Darin sehe ich fast die grössere Gefahr als in SpaceX und Co.Ein Artikel aus der «NZZ am Sonntag»Passend zum Artikel