Ständig werfen wir uns gegenseitig vor, unsere Handlungen und Haltungen bloß in Szene setzen zu wollen. Aber wäre das überhaupt so schlimm?

Mit der Auswahl des Buches kann ein wichtiges Signal gesendet werden. Guckt mal, wie anspruchsvoll ich unterwegs bin

Francesco Buttitta/imago

S onne im Gesicht, Kaffeeduft in der Nase, ein Buch aufgeschlagen – was gibt es Gemütlicheres als einen Lesetag im Café? Aber Vorsicht bei der Wahl des Buches. Liest man für alle sichtbar Simone de Beauvoir oder Thomas Mann, steht schnell der Vorwurf im Raum, dabei bloß gesehen werden zu wollen. Man betreibe performative reading. Peinlich.

Wer einer hilfsbedürftigen Person über die Straße hilft, ist womöglich gar nicht freundlich, sondern trägt nur seine performative kindness zur Schau. Und teilt man einen Demoaufruf in der Instagram-Story – geht es dann um die Sache oder ist das performative activism?