Pia Lamberty wurde mit ihrer Forschung zu Verschwörungsideologien bekannt. Heute geht sie der Frage nach, wie man sich engagiert, ohne daran zu zerbrechen.

taz: Frau Lamberty, gerade ist Ihr neues Buch erschienen: „Der Untergang kann warten – Wie man in Krisenzeiten Hoffnung schöpfen kann.“ Was macht Ihnen gerade Hoffnung?

Pia Lamberty: Menschen, die trotz der vielen Krisen, Kriege und Katastrophen, mit denen wir es gerade zu tun haben, versuchen, die Welt schöner und besser zu machen. Das kann auch einfach zugewandte Nachbarschaft sein. Nach einer OP haben mir zum Beispiel Nachbarn Essen vorbeigebracht.

taz: Haben Sie heute schon versucht, etwas zu verbessern?

Lamberty: Heute meine eigene kleine Welt. In Zeiten, wo so viel los ist wie jetzt gerade, steigt mein Bedürfnis nach Struktur, aber gerade dann ist Selbstfürsorge ja besonders schwer. Deswegen habe ich mir mit einem Smart-Home-Konzept ein automatisiertes System gebaut, das mich etwa morgens immer zur gleichen Zeit weckt, dann sagt, wann ich das Handy nehmen und Kaffee trinken kann und an den Schreibtisch muss. Das klingt jetzt banal, aber so hab ich mentale Kapazitäten für die wichtigen Dinge, selbst wenn es holprig wird.