Der Klimawandel macht Schule. Eine taz-Analyse zeigt, dass die Hitzefrei-Tage deutlich zunehmen. Zu Besuch bei schwitzenden Schü­le­r:in­nen in Stuttgart.

D ie Kinder aus der 1a halten ihr Gesicht abwechselnd dicht vor den Ventilator. „Haloooo-oo-oo, ich bin ein Roboteeerrrr“, sagt ein Mädchen in den Windstrom und freut sich, wie blechern ihre Stimme klingt. Um Viertel nach acht, zum Unterrichtsbeginn, ist die Luft abgestanden, die Fenster sind offen, die Rollos unten und die Erst­kläss­le­r:in­nen beginnen den Morgen mit Klatschübungen. Die 1a, die Elefantenklasse, hat den heißesten Raum der Helene-Fernau-Horn-Schule in Stuttgart erwischt. Zum Unterrichtsbeginn zeigt das Thermometer knapp 28 Grad.

„Was ist heute für ein Tag?“, fragt die Lehrerin Frau Albrecht in die Runde. „Ein ganz heißer Tag“, sagt ein Mädchen. Freitag wollte die Lehrerin hören, aber heiß stimmt auch. Es ist Mitte Juni, eine Hitzewelle breitet sich über Deutschland aus und die Kinder der 1a haben noch sechs Wochen bis in Baden-Württemberg die Sommerferien beginnen. Für den Unterricht ist es aber jetzt schon zu heiß.

In den letzten 30 Jahren ist die mittlere Anzahl der Tage, an denen es zu heiß zum Lernen war, in fast allen Regionen Deutschlands gestiegen