PfadnavigationHomePanoramaGroßbritannienTatwaffe versteckt – Haftstrafe für die Mutter des Mörders von Henry NowakStand: 09:51 UhrLesedauer: 3 MinutenEin Gedenkort für Henry Nowak in SouthamptonQuelle: AFP/BEN STANSALLDer britische Student Henry Nowak wurde im Dezember 2025 erstochen, sein Mörder sitzt bereits in Haft. Nun muss auch die Mutter von Messerangreifer Vickrum Digwa ins Gefängnis – sie hatte anschließend die Tatwaffe versteckt.Die Mutter des – bereits verurteilten – Mörders von Henry Nowak ist in Großbritannien zu drei Jahren Haft verurteilt worden. Kiran Kaur, 53, hatte nach der tödlichen Messerattacke ihres Sohnes Vickrum Digwa auf den 18-jährigen Studenten die Tatwaffe vom Tatort entfernt und zu ihrem Wohnhaus gebracht. Das Gericht befand sie am 17. Juli 2026 der Strafvereitelung („assisting an offender“) schuldig. Das berichten mehrere britische Medien wie etwa der „Guardian“ und der „Daily Telegraph“.Digwa selbst war bereits im Juni 2026 zu lebenslanger Haft mit einer Mindestverbüßungsdauer von 21 Jahren verurteilt worden. Die Tat ereignete sich am 3. Dezember 2025 in Southampton an der englischen Südküste. Der Student war nach einem Treffen mit Freunden auf dem Heimweg, als es zu einem nächtlichen Wortgefecht mit dem 23‑jährigen Vickrum Digwa kam, der ihn dann mehrfach mit einem Messer verletzte.Digwa – ein Angehöriger der Glaubensgemeinschaft der Sikh – wurde noch am Tatort von der Polizei festgenommen und später wegen Mordes angeklagt. Die Aufklärung der Tat wurde behindert, urteilte das GerichtIm Mittelpunkt der Urteilsbegründung des Southampton Crown Court stand die Behinderung der Ermittlungen. Nach den Feststellungen des Gerichts versteckte Kaur das Messer zwischen weiteren Waffen im Zimmer ihres Sohnes. Dadurch konnten die Ermittler die Tatwaffe zunächst nicht identifizieren; sie wurde erst rund eine Woche nach dem Mord sichergestellt.Die Staatsanwaltschaft argumentierte denn auch, dass das Fehlen der Waffe die Polizei in einer ohnehin unübersichtlichen Lage zusätzlich behindert und zur Verzögerung der Aufklärung beigetragen habe.Lesen Sie auchLesen Sie auchDie Verteidigung der Frau hatte auf eine Bewährungsstrafe gehofft, setzte sich damit aber nicht durch. Ob die Frau die drei Jahre tatsächlich voll absitzen muss, ist laut „Telegraph“ unwahrscheinlich. Bei guter Führung sei eine vorzeitige Entlassung möglich, oder auch eine frühere Entlassung mit elektronischer Überwachung (Fußfessel), heißt es.Kiran Kaur ist laut den Medienberichten Mutter von fünf Kindern und nicht vorbestraft. Vor Gericht musste sie die Hilfe eines Punjab-Dolmetschers in Anspruch nehmen. „I can‘t breath“, sagte der Schwerverletzte immer wiederBei der Tatwaffe handelte es sich um einen etwa 20 Zentimeter langen Dolch, das Messer war Teil einer Sammlung von zeremoniellen Sikh-Waffen gehörte, die sich in seinem Zimmer befand. Getaufte Sikhs tragen traditionell einen Kirpan (einen kleinen zeremoniellen Dolch) als religiöses Symbol.Das britische Recht macht dafür Ausnahmen von den allgemeinen Waffengesetzen, sodass ein Kirpan aus religiösen Gründen öffentlich getragen werden darf, was Vickrum Digwa auch tat. Im Prozess spielte die religiöse Bedeutung jedoch kaum eine Rolle, sondern nur die Tatsache, dass Digwa die Waffe bei dem tödlichen Angriff tatsächlich als Stichwaffe eingesetzt hatte.Lesen Sie auchDer Fall hatte in Großbritannien bereits zuvor für erhebliche Kontroversen und auch Demonstrationen gesorgt. Digwa hatte unmittelbar nach der Tat gegenüber den Polizeibeamten fälschlich behauptet, Opfer rassistischer Beleidigungen geworden zu sein.Nach Eintreffen der Polizei wurde der schwer verletzte Nowak deshalb zunächst als mutmaßlicher Angreifer behandelt und sogar gefesselt, obwohl er mehrfach erklärte, er sei erstochen worden. Auch sein Bitten um medizinische Hilfe „I can‘t breath“ (Ich bekomme keine Luft) wurde – auch weil die Verletzungen innerer Natur und von außen nicht ersichtlich waren – zunächst nicht ernst genommen.Die Familie des Opfers kritisierte nach dem Urteil gegen Kaur erneut die damaligen Ermittlungen und kündigte an, weiterhin auf eine vollständige Aufklärung der Ereignisse zu drängen.krott
Großbritannien: Tatwaffe versteckt – Haftstrafe für die Mutter des Mörders von Henry Nowak - WELT
Der britische Student Henry Nowak wurde im Dezember 2025 erstochen, sein Mörder sitzt bereits in Haft. Nun muss auch die Mutter von Messerangreifer Vickrum Digwa ins Gefängnis – sie hatte anschließend die Tatwaffe versteckt.







