1. Mit dem Zweiten hört man weniger

Das ZDF macht von sich reden. Allerdings weniger damit, dass es »Ein Fall für zwei« einstellt (hier mehr dazu), sondern damit, dass es den Liedermacher Danger Dan und den Pianisten Igor Levit ausgeladen hat: Der Sender verbot ihren Auftritt in der Satiresendung »Die Anstalt«, ja nach Sichtweise aus politischen oder rechtlichen Gründen. Wird der Vorgang damit zu einem Fail fürs Zweite?

Danger Dan und Levit waren eigentlich in die Sendung eingeladen, die am Dienstag um 22.15 Uhr ausgestrahlt wird. Sie sollten das Lied »Keine Angst« spielen, das nicht nur zum Widerstand gegen Rechtsextremismus aufruft, sondern eine Gebrauchsanweisung mitliefert, wie man sich mit Vertrauten zusammenschließen und Aktionen planen kann. Es geht um Partys gegen Nazis, um Spenden für Aufkleber und Spraydosen, aber auch darum, Faschisten und solche, die man dafür hält, auszuforschen und bloßzustellen. Bei all dem solle man darauf achten, keine Spuren zu hinterlassen, weil, so der Vorwurf, die Sicherheitsbehörden von rechts unterwandert seien: »Ihr wärt blöd, wenn ihr euch auf den deutschen Staat verlasst: Es gibt so viele Faschos bei der Polizei.«

Gegen Ende des Songs zwinkert Danger Dan in Richtung linksextremer Gewalttäter: Er richtet »liebe Grüße an Nina, Gucci, Maja und Nanuk« aus. Alles Leute, die wegen zum Teil brutaler Übergriffe auf Nazis strafrechtlich verfolgt werden. Man muss das alles nicht richtig finden. Aber lässt sich da schon ein »Aufruf zur Gewalt« hineinlesen, wie es das ZDF tut?