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Grand Metropolitan Hotels: Gericht wirft Ex-Kempinski-Chef und Ex-Vizekanzler aus eigener Firma Ein niederländisches Gericht zweifelt an der Geschäftsführung der Grand Metropolitan Hotels. Neben Martin Smura wurde auch Philipp Rösler vorläufig entmachtet.
Martin Smura wurde als Vorstandsmitglied seines Unternehmens mit Sitz in den Niederlanden suspendiert. Foto: PRIn der Schweiz fühlt sich der deutsche Hotel-Unternehmer Martin Smura wohl. Vor wenigen Tagen weilte der 57-Jährige für ein Interview in Zürich, stellte sich den wohlwollenden Fragen eines Branchenmagazins. Angekündigt wurde er von Gastgeber Hans R. Amrein wie ein Promi der Szene – „als eine der spannendsten Persönlichkeiten der europäischen Hotellerie“.Nun gut, Smura arbeitete sich laut eines Artikels der „Welt“ „vom Schulversager zum Hotelpräsidenten“ hoch und schaffte es 2019 sogar – für viele Beobachter überraschend – bis an die Spitze der Luxus-Hotelkette Kempinski. Doch nach etwas mehr als einem Jahr musste der 57-Jährige dort schon wieder gehen.Versorgungswerk investierte MillionenDas VZB stieg als Minderheitsgesellschafter bei den Grand Metropolitan Hotels ein, gab zudem Darlehen an weitere Gesellschaften aus dem Umfeld der Familie Smura aus und investierte einen zweistelligen Millionenbetrag. Doch mit der Zusammenarbeit mit Smura war man beim Versorgungswerk zuletzt offenbar nicht mehr zufrieden.Zahnärzte-Versorgungswerk Jetzt gerät der Ex-Kempinski-Chef vor Gericht unter Druck Das Zahnärzte-Versorgungswerk hat wohl eine Milliarde Euro verloren. Nun klärt ein Gericht offene Fragen zum Investment in ein Unternehmen des umstrittenen Hoteliers Martin Smura. von Florian WeyandDer damalige Bundeswirtschaftsminister und Vizekanzler Philipp Rösler im Jahr 2013. Foto: dpaGericht ordnet Untersuchung anSo setzt das Gericht Martin Smura und seinen Sohn Leonardo Martino Smura „als Vorstandsmitglieder der Grand Metropolitan Hotels Holding als Sofortmaßnahme mit sofortiger Wirkung und vorläufig für die Dauer des Verfahrens außer Amt“. Stattdessen wird die niederländische Rechtsanwältin Ilona van de Klundert vorerst die Geschäftsführung übernehmen.Laut Impressum arbeitet das Unternehmen Grand Metropolitan Hotel aus diesem Haus in der Innenstadt von Amsterdam. Foto: Florian WeyandDas Gericht begründet die Entscheidung unter anderem mit Zweifeln, was die Einbringung der Software als Sachkapital angeht. „In der mündlichen Verhandlung konnte nicht einmal annähernd erläutert werden, wie viel Umsatz und Gewinn (auf konsolidierter Ebene) mit Genesys AI erzielt werden; ebenso wenig wurde deutlich, über welche Funktionen das Produkt derzeit verfügt und welche Kunden diese nutzen“, heißt es in dem Beschluss.Das Gericht weist zudem darauf hin, dass Grand Met in ihren Jahresabschlüssen 2022/23 und 2024 keinen Anlass für eine Wertminderung gesehen habe. „Dies stellt einen triftigen Grund dar, an der Ordnungsmäßigkeit der Geschäftsführung und des Geschäftsablaufs bei Grand Met zu zweifeln“, heißt es weiter.Gericht kritisiert FinanzbuchhaltungKritisch setzt sich die Kammer auch mit der Finanzbuchhaltung und der Berichterstattung der Grand Metropolitan Hotels auseinander. Diese „geben Anlass zu Zweifeln an der Unternehmenspolitik und den Geschäftsabläufen von Grand Met“.So seien die Jahresabschlüsse der Gesellschaft für die Geschäftsjahre 2022/23 und 2024 zwar vorgelegt, jedoch nicht fristgerecht erstellt und beim Handelsregister hinterlegt worden. „Mit der Erklärung, dass bestehende Buchhaltungsunterlagen überprüft, abgestimmt und nachträglich korrekt eingerichtet werden mussten, räumt Grand Met ein, dass die Finanzbuchhaltung und die Berichterstattung Mängel aufwiesen“, heißt es im Beschluss. Hinzu komme, dass jeglicher Einblick in die konsolidierten Zahlen fehle.VZB Berlin Die umtriebige Hotel-Hoffnung der Berliner Zahnärzte Das Versorgungswerk der Zahnärztekammer Berlin vertraut einige Hotels mit Martin Smura einem Unternehmer an, dessen Geschäfte viele Fragen aufwerfen. von Florian WeyandUnd Martin Smura? Der lässt wenige Stunden nach der Entscheidung des Gerichts über eine PR-Agentur eine Pressemitteilung verschicken. Die Entscheidung aus Amsterdam spielt in dem Schreiben keine Rolle. Stattdessen heißt es, dass die Grand Metropolitan Hotels die „Trennung vom VZB-Joint-Venture“ einleite. Weiter erklärt er, dass die Zusammenarbeit mit dem VZB „aus Sicht von Grand Metropolitan Hotels gescheitert“ sei.Zur Entscheidung aus Amsterdam wollen sich Smura und die Grand Metropolitan Hotels offenbar nicht äußern. „Zu laufenden Verfahren macht die Gruppe über bestätigte Verfahrensstände hinaus keine Angaben“, heißt es in der Mitteilung.Zudem hat die WirtschaftsWoche am Freitagmorgen kurzfristig um eine Stellungnahme gebeten. Auf vier Fragen zur Entscheidung aus Amsterdam bekam die Redaktion bis zum Ende der gesetzten Frist am Nachmittag keine Antwort. 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