Die Absage des ZDF an die Künstler ist falsch. Doch wo waren die beiden eigentlich, als die Palästinabewegung gecancelt wurde? Im Zweifel auf der anderen Seite.
E in falsches Statement, eine falsche Zeile, und Sender und Kulturinstitutionen canceln die Auftritte von Publizisten und Künstlerinnen. Dieses Muster ist in Deutschland mittlerweile bekannt. Jetzt traf es den Pianisten Igor Levit und den Sänger Danger Dan. In einer Folge der Anstalt sollten die beiden den Song „Keine Angst“ performen, der verschiedene Formen des Widerstands gegen die extreme Rechte behandelt. Doch weil der Song laut der ZDF-Führung als „Aufruf zu Gewalt“ verstanden werden kann, sagte der Sender den Auftritt ab.
Man kann jetzt darüber diskutieren, ob der Liedtext wirklich eindeutig zu Gewalt aufruft; ob Gewalt gegen Neonazis legitim sein kann; oder ob hier nicht vielleicht auch ein lyrisches Ich einen sich radikalisierenden linken Widerstand nachzeichnet, ohne jeden Aspekt davon gutzuheißen. Das ZDF aber hat sich dafür entschieden, das Lied nicht ohne eine „dokumentarisch-journalistische“ Einordnung spielen zu lassen – und eine neue Cancel-Debatte produziert.
Bekannt ist, dass man sich beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk seit einiger Zeit darum sorgt, als zu links wahrgenommen zu werden. Bekannt ist, dass diese Angst in den höheren Etagen des ÖRR genährt wird von Bild- und Nius-Kampagnen, auf die dann auch gerne CDU und AfD aufspringen.










