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Dieser Artikel ist Teil von ZEIT am Wochenende, Ausgabe 29/2026.

Es gibt Menschen, deren Leben so anders als das eigene verlaufen ist, dass schwer zu begreifen ist, wie sie Jahre später auf demselben Sofa neben einem sitzen, in dieselbe Sonne blinzeln und den gleichen Tee trinken wie man selbst. Royas Leben ist so eines. Als sie an einem Nachmittag im Februar eingewickelt in eine Decke in ihrem Wohnzimmer sitzt, lässt sich kaum fassen, dass die junge Frau erlebt hat, was sie erzählt.

Roya war zwölf Jahre alt, als ihre Eltern sie aus Deutschland nach Afghanistan verschleppten, 18 als sie zwangsverheiratet und misshandelt wurde, 22 Jahre alt, als sie entkommen konnte. Ein Jahr dauerte ihre Flucht durch den Iran, bevor sie wieder in Deutschland ankam. Heute lebt sie in einem kleinen Ort in Süddeutschland, ohne Kontakt zu ihrer Familie. Der ZEIT liegen Unterlagen einer Hilfsorganisation vor, die ihre Entführung und spätere Flucht dokumentieren. Sie belegen, wovon Roya erzählt.