Andy Burnham ist zum neuen Vorsitzenden der britischen Regierungspartei Labour ernannt worden und wird damit auch der nächste Premierminister. Der 56-Jährige wurde auf einem Sonderparteitag zum Nachfolger von Keir Starmer gewählt.König Charles III. wird Burnham dann am Montag zum Regierungschef ernennen und mit der Bildung einer Regierung beauftragen. Der frühere Bürgermeister von Manchester wird als Nachfolger von Starmer der siebte Premier binnen zehn Jahren. Die sechs Ministerpräsidenten zuvor waren zusammengerechnet 30 Jahre im Amt. Premierminister bleibt Starmer formal noch bis zur Amtsübergabe.Mitte der Woche hatten schon 349 von 403 Abgeordneten Burnham ihre Unterstützung zugesichert. Für die Kandidatur hätte er nur 20 Prozent der Labour-Abgeordneten benötigt. Die Ernennung war also reine Formsache, einen Gegenkandidaten gab es nicht. Die britischen Medien nutzten schon im Vorhinein den Begriff „coronation“, also Krönung.Der als „König des Nordens“ bezeichnete Labour-Politiker gilt als große Hoffnung der Regierungspartei, aus der monatelangen Krise herauszukommen. Starmer hatte im Juni unter massivem Druck seinen Rücktritt angekündigt.Eine der auffälligsten Aussagen des künftigen Premierministers, der bislang nur wenige Interviews gegeben hat, war die Bekräftigung, der Regierungschef aller Briten sein zu wollen – im Kontrast zur häufig sehr London-zentrierten bisherigen Politik. Burnham möchte die Dezentralisierung vorantreiben und mehr Kompetenzen in die Regionen übertragen, etwa beim Wohnungsbau und der Verkehrsinfrastruktur. Dabei lässt er sich auch vom deutschen Länderfinanzausgleich inspirieren.
Großbritannien: Andy Burnham zum Vorsitzenden der Labour-Partei ernannt
Andy Burnham löst Keir Starmer an der Spitze der britischen Labour-Partei ab. Am Montag soll er zum Premierminister ernannt werden.











