Bei uns Menschen spricht man vom Grübeln oder neudeutsch Overthinking: Das endlose Nachdenken über Probleme, das ständige Abwägen von Konsequenzen, an dessen Ende in den meisten Fällen keine Lösung oder Entscheidung steht, sondern vor allem Erschöpfung. Dieses scheinbar allzu menschliche Phänomen lässt sich auch bei künstlicher Intelligenz beobachten – wenn man ihr nur die richtigen – beziehungsweise bewusst die falschen – Fragen stellt.Anzeige

Large Reasoning Models und Overthinking

Wie das funktioniert, zeigen Forschende der Zhejiang-Universität im chinesischen Hangzhou. Die noch nicht von unabhängigen Expertinnen und Experten geprüfte Studie hat das Team Anfang Juli auf der International Conference on Machine Learning vorgestellt. „Large Reasoning Models neigen dazu, ‚zu viel nachzudenken“. Das heißt, sie erzeugen übermäßig lange und redundante Argumentationsketten, wenn sie mit unvollständigen oder logisch inkonsistenten Eingaben konfrontiert werden“, heißt es darin.

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Als Large Reasoning Models (LRM) werden große Sprachmodelle wie GPT o3, Deepseek R1 und Alibabas Qwen3 bezeichnet, die Anfragen in mehrere logische Teilschritte zerlegen (Chain of Thought) und ihren Denkprozess gleichzeitig transparent machen. Sie gelten als besonders geeignet für komplexe Problemlösungen, etwa bei Mathematikaufgaben oder beim Programmieren. Doch genau diese Arbeitsweise lässt sich von Angreifern missbrauchen.Anzeige